In Merseburg in Sachsen-Anhalt hat eine Gruppe von etwa 20 Rechtsextremisten eine Unterkunft für Flüchtlinge mit Feuerwerkskörpern beschossen. Das gab die Polizei bekannt. Der Vorfall ereignete sich am Neujahrsmorgen. Die Polizisten, die zur Sicherung der Unterkunft vor Ort waren, wurden von der Gruppe mit einer Bierflasche beworfen. Die Beamten blieben unverletzt. 

Die Angreifer riefen fremdenfeindlichen Parolen und beleidigten die Polizisten. Gegen drei der Täter ermittelt die Polizei wegen Landesfriedensbruch, Beleidigung und Volksverhetzung.    

Auch in Laatzen bei Hannover ermittelt die Kripo nach einem Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft wegen des Verdachts der versuchten schweren Brandstiftung. Die Polizei teilte mit, dass keiner der 60 Bewohner des Hauses verletzt wurde. Eine Anwohnerin hatte in der Nacht zum Donnerstag einen Feuerschein an dem Gebäude bemerkt und die Einsatzkräfte alarmiert. Einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Unterkunft gelang es dann noch vor Eintreffen der Retter, den Brand mit einem Feuerlöscher zu ersticken. Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei hatten sich unbekannte Täter über die Rückseite Zutritt zum Grundstück verschafft und das Feuer im Zugang zum Keller gelegt.

Im vergangenen Jahr kam es häufig zu Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland. Ein Rechercheteam von ZEIT ONLINE und der ZEIT hat 222 Fälle untersucht in denen Menschen zu Schaden gekommen sind oder in Gefahr waren. Die wenigsten dieser Angriffe werden aufgeklärt und die Täter verurteilt. Nur in vier der untersuchten 222 Fälle wurden die Täter verurteilt, in acht weiteren Fällen wurde Anklage erhoben. Das entspricht fünf Prozent der Angriffe. In 93 Fällen des untersuchten Zeitraums richteten sich Brandanschläge gegen bewohnte Unterkünfte.