Der Leitende Kriminaldirektor Andreas Stenger zeigt ein Modell der Handgranate M52. © Patrick Seeger/dpa

Die Polizei schließt weder einen ausländerfeindlichen Anschlag noch eine Attacke auf die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes aus, neben deren Container die Kriegswaffe gelandet ist. Unbekannte hatten die jugoslawische Granate vom Typ M52 in der Nacht zu Freitag über den Zaun auf das Gelände der Unterkunft in Villingen-Schwenningen geworfen, sie explodierte aber nicht. Für Samstagmittag ist in der Stadt eine Kundgebung gegen Fremdenfeindlichkeit geplant.

Der Zünder der Handgranate sei bislang nicht gefunden worden, teilten die Ermittler am Freitagabend mit. Fest steht laut Polizei und Staatsanwaltschaft, dass die Granate mit Sprengstoff gefüllt war. "Ob ein Zünder verbaut war, ist bisher nicht bekannt. Das ist die entscheidende Weichenstellung", hatte der Leiter der Staatsanwaltschaft Konstanz, Johannes-Georg Roth, gesagt. Einen konkreten Verdacht oder eine Spur zu den Tätern hatten die Ermittler zunächst nicht. Die Sonderkommission aus 75 Ermittlern habe bei Befragungen in der Nachbarschaft aber den einen oder anderen Hinweis erhalten, hieß es.

Der Angriff ist laut Bundeskriminalamt bundesweit der erste Fall, bei dem Sprengstoff zum Einsatz kam. Politiker sprachen bundesweit von einer neuen Dimension der Gewalt.