Der Reporter der Washington Post, Jason Rezaian, ist aus der Haft in Teheran entlassen worden. Justizkreise bestätigten am Samstag eine Meldung der Nachrichtenagentur Fars. Mehr als 500 Tage hatte Rezaian im Gefängnis gesessen. Die meiste Zeit in Einzelhaft. Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs seien vier Personen mit amerikanischer Staatsbürgerschaft freigelassen worden, hieß es.

Rezaian war im Juli 2014 festgenommen und beschuldigt worden, ein Spion zu sein, für feindliche Regierungen gearbeitet und sensible Informationen weitergegeben zu haben. Im Oktober 2015 war Rezaian zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Deren Dauer war nicht öffentlich gemacht worden. Die iranische Justiz habe "sich nicht einmal die Mühe gemacht, Beweise gegen ihn vorzubringen", sagte der Chefredakteur der Washington Post, Martin Baron, im vergangenen Dezember.

In einer Mitteilung an die Vereinten Nationen schrieb die Washington Post im Dezember, dass Rezaian stark abgenommen habe. Sein physischer und mentaler Zustand seien problematisch und würden nicht oder nur unzureichend behandelt. Rezaians Bruder Ali übergab Irans Botschaft bei den Vereinten Nationen eine Petition mit 500.000 Unterschriften, die Rezaians sofortige Freilassung forderte.

Laut Daten der Nichtregierungsorganisation Committee to Protect Journalists waren im Iran 2015 insgesamt 19 Journalisten inhaftiert. Wiederholt hatten auch US-Präsident Barack Obama und Außenminister John Kerry an die iranische Regierung appelliert, Rezaian freizulassen. Dies sei unter anderem auch während der Gespräche über das iranische Atomprogramm im vergangenen Jahr geschehen. Am Sonntag soll in Wien bekannt gegeben werden, ob der Iran das Atomabkommen erfüllt hat. Ist dies der Fall, könnten seit Jahren bestehende Sanktionen gegen das Land aufgehoben werden.