Nach dem Anschlag von Istanbul mit zehn deutschen Todesopfern hat die türkische Justiz zehn Verdächtige inhaftiert und Strafverfahren gegen sie eröffnet. Ihnen werde die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen, berichtete die türkische Nachrichtenagentur DHA. Sechs weitere Personen seien verhört und dann freigelassen worden. Zur Nationalität der Verhafteten machte DHA keine Angaben.

Im Zusammenhang mit dem Anschlag waren zuvor nach Angaben von DHA 16, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu 17 Personen vorübergehend festgenommen worden.

Ein Selbstmordattentäter hatte sich am Dienstag in der Istanbuler Altstadt in die Luft gesprengt und zehn deutsche Touristen getötet. Nach türkischen Angaben handelte es sich bei dem Täter um einen 1988 geborenen Syrer namens Nabil Fadli, der Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gewesen sei. Die englische Version der türkischen Zeitung Hürriyet schrieb unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass sich der Täter Anfang Januar in der Türkei um Asyl beworben habe. Der IS hat sich bislang nicht zu der Tat bekannt.

Eine Verbindung des Täters nach Deutschland oder einen gezielten Anschlag auf deutsche Staatsbürger sieht das Bundeskriminalamt (BKA) nicht. "Es war ein gezielter Anschlag auf Touristen in der Türkei. Der Täter hat sich eine größere Reisegruppe ausgesucht, aber nach derzeitigen Erkenntnissen offenbar nicht gezielt eine deutsche", sagte BKA-Präsident Holger Münch der Bild am Sonntag.

Die Leichen der zehn deutschen Todesopfer sind inzwischen nach Deutschland gebracht worden. Sie waren am Samstag mit einem Flugzeug der Luftwaffe nach Berlin-Tegel geflogen worden.