Die Dene Highschool im kanadischen La Loche © Raymond Dauvin/Reuters

Bei einer Schießerei in einer Schule in Kanada sind am Freitag nach jüngsten offiziellen Angaben vier Menschen getötet worden. Mehrere weitere Opfer seien bei dem Vorfall in einer High School in La Loche im Norden der Provinz Saskatchewan verletzt worden, sagte Polizeichefin Maureen Levy vor Journalisten. Es war die schwerste Straftat an einer Schule in Kanada seit 26 Jahren.


Kanadas Premierminister Justin Trudeau sagte bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im schweizerischen Davos in der Nacht zum Samstag, der mutmaßliche Schütze sei festgenommen worden. Trudeau sprach von einem "schrecklichen und tragischen Tag".

Die abgelegene Ortschaft La Loche liegt etwa 600 Kilometer nördlich von Saskatoon in der Provinz Saskatchewan im geografischen Zentrum des Landes. Sie grenzt an ein Gebiet des indigenen Stamms der Clearwater River Dene. Die Schule besuchen etwa 900 Schüler vom Vorschulalter bis zur zwölften Klasse.

"Dies ist der Albtraum aller Eltern", sagte Trudeau, der sich zum Weltwirtschaftsforum im Alpenkurort Davos aufhält. Teddy Clark, Häuptling der Clearwater River Dene Nation, sagte der Lokalzeitung Star Phoenix: "Die Gemeinde rückt bei Ereignissen wie diesen normalerweise sehr eng zusammen." Viele Menschen stünden unter Schock. "So etwas sieht man meistens im Fernsehen." Über das Alter der Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Der Schütze eröffnete das Feuer am späten Freitagnachmittag. "Ich bin aus der Schule gerannt", berichtete ein Zehntklässler dem Sender CBC News. "Viele haben geschrien, es fielen sechs oder sieben Schüsse, bevor ich es nach draußen schaffte. Ich glaube, es fielen mehr Schüsse, als ich draußen war."

Die La Loche Community School sprach von einem Notfall und bat darum, sich der Schule fernzuhalten. Beide Schulgebäude wurden abgeriegelt. "Wir werden niemanden rein oder raus lassen bis wir eine klare Vorstellung davon haben, was vor sich geht." Kanada hat im Gegensatz zu den USA äußerst strenge Waffengesetze.

"Worte können meinen Schock und meine Trauer über diese schrecklichen Ereignisse in La Loche heute nicht ausdrücken", schrieb der Premierminister der Provinz, Brad Wall, auf Facebook. Die ehemalige Bürgermeisterin Georgina Jolibois teilte mit: "Die Gemeinde von La Loche ist stark und fest verbunden." Die Anwohner hätten in der Vergangenheit Unglück erlebt und würden auch diese Tragödie überdauern.