Mehr als 1,46 Millionen Menschen sind im Jahr 2014 nach Deutschland eingewandert. Das ist die höchste Zahl seit 1992, wie aus dem Migrationsbericht 2014 hervorgeht. 2013 waren 1,2 Millionen Menschen nach Deutschland gekommen. Mit 60 Prozent kam der Großteil der Zuwanderer aus anderen EU-Staaten in die Bundesrepublik. Auch bei ausländischen Studenten und Fachkräften gab es einen Anstieg.

"Die Zuwanderung hat auch jenseits von Flüchtlingszuzügen 2014 weiter zugenommen. Für 2015 werden wir die höchsten Zuwanderungszahlen seit 1950 verzeichnen", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin. Zuvor hatte das Bundeskabinett den alljährlichen Bericht verabschiedet. Die Entwicklung geht unter anderem auf die steigende Zahl an Flüchtlingen zurück. 2015 wurden annähernd 1,1 Millionen Asylsuchende in Deutschland registriert, so viele wie nie zuvor.

Auch die Zahl der Menschen, die Deutschland verließen, stieg laut Bericht um etwa 100.000 auf 914.000. Davon waren etwa 150.000 deutsche Auswanderer, die vor allem in die Schweiz zogen. Insgesamt ergab sich damit für das Jahr 2014 ein Zuwanderungsplus von etwa 550.000 Menschen. Im Vorjahr hatte die Differenz von Einwanderern und Auswanderern bei einem Plus von 430.000 gelegen.

Wie in den Jahren zuvor kamen 2014 mit annähernd 198.000 die meisten Zuwanderer aus Polen nach Deutschland. Zugleich stieg die Abwanderung nach Polen um elf Prozent auf rund 139.000. Aus Rumänien und Bulgarien kamen im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Migranten: Annähernd 192.000 Rumänen zogen nach Deutschland, etwa 41 Prozent mehr als im Vorjahr, und etwa 77.800 Bulgaren und damit 31 Prozent mehr als 2013.

Insgesamt zogen 880.000 Menschen aus anderen EU-Ländern nach Deutschland und 200.000 aus weiteren europäischen Ländern. 220.000 Zuwanderer kamen aus Asien und je 75.000 aus Afrika oder aus einem der drei Kontinente Amerika, Australien und Ozeanien. Etwa 122.000 der Zugezogenen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit.

Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, stieg 2014 die Zahl der Arbeitsmigranten um 11 Prozent auf etwa 37.000. Hauptherkunftsländer waren Indien, die USA, Bosnien-Herzegowina und China. Auch bei ausländischen Studierenden gab es im Vorjahresvergleich ein Plus von 9 Prozent auf 92.916. "Das ist der größte Fundus für Zuwanderung, den wir nutzen können", sagte Innenminister de Maizière zu den Studentenzahlen. Die meisten Studenten kamen aus China.

Für 2015 rechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit deutlich höheren Migrationszahlen. Nach Angaben des Ausländerzentralregisters stieg die Zahl der Zuzüge im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits um ein Drittel auf 668.000 Zuzüge.