Die vor Jahrzehnten untergetauchten RAF-Terroristen Ernst-Volker Wilhelm Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette werden verdächtigt, an einem weiteren Überfall auf einen Geldtransporter Ende 2015 in Wolfsburg beteiligt gewesen zu sein. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Verden mit. "Aktuell liegen neue DNA-Analyseergebnisse vor", hieß es. Der Transporterfahrer konnte damals fliehen, die Angreifer konnten kein Geld erbeuten.

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass den drei Linksterroristen auch DNA-Spuren zugeordnet wurden, die nach einem Überfall auf einen Geldtransporter nahe Bremen im vergangenen Juni gefunden worden waren. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Taten einen terroristischen Hintergrund haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. "Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Tat allein der Finanzierung des Lebens im Untergrund dienen sollte."

Staub, Garweg und Klette gehören zur sogenannten dritten Generation der Roten Armee Fraktion. Ihnen wird von der Generalbundesanwaltschaft unter anderem vorgeworfen, 1993 einen Sprengstoffanschlag auf die Justizvollzugsanstalt Weiterstadt verübt zu haben. Über 200 Kilogramm Sprengstoff zerstörten drei Gebäude der Anstalt, Menschen wurden nicht verletzt. Staub und Klette wird auch vorgeworfen, eine neue terroristische Organisation gegründet zu haben. Ein entsprechendes Ermittlungsverfahren wurde von der Bundesanwaltschaft im Februar 2001 eröffnet.

Die linksextreme Terrororganisation RAF hatte sich 1998 für aufgelöst erklärt. Einige ihrer damaligen Mitglieder sind aber bis heute untergetaucht und stehen weiter auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamts. Mehr als zwei Jahrzehnte lang war die RAF in Deutschland aktiv, mehr als 30 Menschen starben durch den RAF-Terror.