Einer der Besetzer des Malheur Naturparks in Oregon © Rob Kerr/AFP/Getty Images

Gut drei Wochen nach der Besetzung eines Naturparks im US-Bundesstaat Oregon ist der Anführer der militanten selbst ernannten "Bürgerwehr" laut Medienberichten festgenommen worden. Laut der New York Times wurden Ammon Bundy und sieben andere Personen festgesetzt, darunter Bundys Bruder Ryan.

FBI und Polizei bestätigten laut CNN, dass es bei der Polizeiaktion auch einen Toten gab. Die Festnahme und der Schusswechsel fanden bei einer Verkehrskontrolle in der Nähe des Parks statt. Wer der Tote ist, war zunächst unklar. Ebenso offen blieb, wer zuerst geschossen hat. Nach Angaben der New York Times wurde eine weitere Person bei der Aktion verletzt.

Jason Patrick, einer der Besetzer gab an, es befänden sich immer noch Gleichgesinnte auf dem Gelände. Man sei ruhig und vorbereitet - jetzt gebe es allerdings einen "toten Cowboy" und das FBI wolle offenbar Krieg.

Oregon - Miliz-Anführer Bundy festgenommen Ammon Bundy, der Anführer der Miliz, die wochenlang das Besucherzentrum eines US-amerikanischen Nationalparks besetzte, wurde nach einer Verkehrskontrolle festgenommen. Eine Person kam bei einem Schusswechsel ums Leben.

Die Gruppe hatte Anfang Januar angegeben, sie unterstützten zwei verurteilte Rancher. Diese beiden Rancher, Vater und Sohn, sollen auf Land der Bundesregierung Feuer gelegt haben, um Spuren von Wilderei zu verwischen. Sie traten Haftstrafen wegen Brandstiftung an. Ende 2015 urteilte ein Bundesrichter, die Haft sei nach Bundesrecht zu kurz gewesen, die Männer müssten nochmals einsitzen.

An diesem neuen Urteil entzündete sich der Protest der bewaffneten Gruppe, ausschließlich Ortsfremder. Sie besetzten den leerstehenden Gebäudekomplex. Unter den Bewaffneten waren auch Veteranen.

In den vergangenen Wochen hatten Anwohner wiederholt sehr deutlich gemacht, dass die Gruppe um Bundy unerwünscht und ihre Unterstützung nicht willkommen sei.

Rund um den Park, im Bezirk Harney County, leben nur etwa 7.000 Menschen. Die nächste größere Stadt ist 250 Kilometer entfernt. Dem Staat gehören in einigen Bezirken Oregons bis zu 90 Prozent des Landes. Darüber wird seit Jahrzehnten gestritten.

Die Ablehnung des Staates und namentlich der Bundesregierung ist in den USA vor allem aufseiten der extremen Rechten populär. In Oregon wollten sie sich nach eigenen Worten Land zurücknehmen, das dem "Volk" gehöre. "Wir sind die Speerspitze", hatte ihr Anführer Ammon Bundy in Interviews gesagt.

Es gibt Verbindungen der Oregon-Gruppe zu Cliven Bundy, einem stramm rechten Cowboy, dem Vater von Anführer Ammon. Er erlangte 2014 über Nevada hinaus Berühmtheit, weil er sich über Jahre weigerte, für das Beweiden von Bundesgebiet Gebühren für seine gewaltigen Herden zu bezahlen. Der Streit eskalierte. Die Regierung vermied einen Showdown und zog sich zurück.

In Oregon wurde eine Eskalation befürchtet, sollte die Gruppe nicht von selber aufgeben. Staat und Polizei hielten sich bisher komplett zurück, aber zuletzt wurden Forderungen laut, der Staat könne sich eine solche Form der Selbstjustiz nicht bieten lassen.

Die bewaffnete illegale Aktion führte in den USA zu einer Debatte über den unterschiedlichen Umgang der Polizei mit weißen und schwarzen Straftätern.

USA - Bürgerwehr verschanzt sich in Nationalpark Im US-Bundesstaat Oregon haben rund 100 Mitglieder einer Miliz das Gebäude eines Nationalparks besetzt. Die Männer fordern Freiheit für zwei Rancher, die wegen Brandstiftung erneut ins Gefängnis sollen.