Auf dem Capitol Hill in Washington wird Schnee weggeräumt. © Joshua Roberts/Reuters

Einer der schwersten Schneestürme seit Jahren hat das öffentliche Leben in weiten Teilen des Ostens der USA komplett zum Erliegen gebracht und mehrere Menschen das Leben gekostet. Es gab Hunderte Verkehrsunfälle, Autofahrer strandeten auf den Straßen, selbst auf vielen Flughäfen ging nichts mehr. Mehr als 220.000 Menschen waren laut CNN zeitweise ohne Strom. In weiten Teilen der Region schneite es ununterbrochen, etwa in der Bundeshauptstadt Washington, D.C. Besonders heftig traf es auch New York City.

Elf Bundesstaaten von Georgia bis New York sowie die Stadt Washington, D.C. hatten wegen des Blizzards den Notstand ausgerufen, um leichter an staatliche Gelder und Unterstützung zu kommen. Rund 2.200 Mitglieder der Nationalgarde waren im Einsatz.

Der Sender NBC berichtete von mindestens 16 Toten. Inzwischen ist die Zahl der Toten auf 18 gestiegen. In New York City starben nach Polizeiangaben offenbar drei Menschen durch Herzversagen beim Schneeschippen. In der Stadt wurden bis Sonntag bis zu 75 Zentimeter Schnee erwartet.

Gouverneur Andrew Cuomo untersagte dort ab dem frühen Nachmittag (Ortszeit) alle Autofahrten in New York City, Long Island sowie auf Brücken und in Tunneln von und nach New Jersey. Die Polizei postierte sich an Kontrollpunkten und nahm Fahrer fest, die sich der Anordnung widersetzten. Allein in New York City kam es zu mehr als 300 Unfällen.

Auch der Zugverkehr in und um die Stadt sowie der U-Bahn-Verkehr auf oberirdischen Gleisen und der öffentliche Busverkehr wurden komplett eingestellt. Die Züge seien vereist und blieben liegen, teilte Cuomos Büro mit. Unterirdisch fuhr die U-Bahn mit eingeschränktem Fahrplan weiter.

Auch die Kulturwelt zog Konsequenzen: Alle Nachmittags- und Abendvorstellungen am Broadway wurden für Samstag abgesagt. Die Sicherheit der Theaterbesucher und -mitarbeiter stehe an erster Stelle, teilte die Broadway League mit. Die für Sonntag geplanten Vorstellungen sollten wie geplant stattfinden. Rockmusiker Bruce Springsteen verschob ein für Sonntag geplantes Konzert in der Stadt.

Die Menschen in den betroffenen Staaten waren angehalten, die Straßen zu meiden. Auf den winterlichen Straßen brach vielerorts der Verkehr zusammen. Rund 1.000 Unfälle meldete die Polizei allein in Virginia, wie CNN berichtete. Ein Mensch starb dort. Sieben weitere Tote gab es in den Bundesstaaten Kentucky und North Carolina.  

In Teilen von Delaware, Kentucky, Maryland, North Carolina, New Jersey, Pennsylvania, Tennessee, Virginia und West Virgina wurden Schneehöhen von mehr als 30 Zentimetern gemessen, wie der US-Wetterdienst National Weather Service mitteilte. Viele Gebiete bekamen noch deutlich mehr Schnee ab – etwa Teile West Virginias, wo mehr als 100 Zentimeter fielen. Allein am Samstag wurden nach Zählung der Website Flightaware.com fast 5.000 Flüge gestrichen.

Die Schneefront hatte sich am Freitag von Georgia über Kentucky und North Carolina nordwärts ausgebreitet, in zahlreichen Gebieten musste sich die Bevölkerung auf 36 Stunden ununterbrochenen Schneewirbel einstellen. Nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes könnte der Schneesturm regional zum mächtigsten seit Beginn der Aufzeichnungen gehören und Schäden bis zu einer Milliarde Dollar verursachen.