Syrien - Raketen treffen Klinik Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat von einem Angriff auf ein Krankenhaus in der syrischen Provinz Idlib berichtet. Mindestens acht Mitarbeiter der Klinik würden nach den Angriffen vermisst.

In Norden Syriens sind bei Angriffen auf Kliniken und Schulen fast 50 Menschen getötet worden, darunter viele Kinder. Vier Krankenhäuser und zwei Schulen in den Städten Aleppo und Idlib seien bombardiert worden, teilten die Vereinten Nationen mit. Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von eklatanten Verstößen gegen internationales Recht. Wer die Kliniken beschoss, ist unklar.

Ein Krankenhaus in der Stadt Maarat al-Noaman sei von vier Raketen getroffen worden, teilte die Organisation Ärzte ohne Grenzen mit. Mindestens sieben Menschen seien getötet worden, acht Mitarbeiter werden vermisst, sagte ein Sprecher. Die Klinik liegt in der Region Idlib, die von den Rebellen kontrolliert wird. Dort fliegen syrische und russische Kampfflugzeuge Angriffe. Das US-Außenministerium machte die beiden Länder für den Zwischenfall verantwortlich.

Dem widersprach die syrische Regierung. Flugzeuge der USA hätten eine Klinik von Ärzte ohne Grenzen bombardiert, sagte der syrische Botschafter in Moskau, Riad Haddad. Ihm lägen Dokumente vor, die beweisen würden, dass die russische Luftwaffe nicht an den Angriffen beteiligt gewesen sei, sagte er dem Sender Rossija 24. Russische Offizielle sagten, dass Zivilisten nicht Ziele der russischen Luftangriffe seien.

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Wer kämpft in Syrien?

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Zerrissenes Land

Mehr als 250.000 Menschen sind in Syrien getötet worden, seit der Konflikt im Frühjahr 2011 als friedlicher Protest gegen die Regierung begann. Das Assad-Regime reagierte mit Gewalt, seine Gegner griffen zu den Waffen – heute herrscht Bürgerkrieg.

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Wer kämpft in Syrien?

Seit Beginn des Bürgerkriegs sind große Teile Syriens der Kontrolle des Regimes entglitten. Sie werden von unterschiedlichsten Milizen gehalten. Auch von außen erfahren die Kriegsparteien Unterstützung, und andere Länder greifen in den Krieg ein.

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Das Assad-Regime

Das Assad-Regime

Geschwächt und zurückgedrängt

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"Abgesehen von wichtigen diplomatischen Betrachtungen und den Verpflichtungen des humanitären Völkerrechts, sollten wir uns daran erinnern, dass die Opfer Kinder waren", sagte Anthony Lake, Direktor von Unicef. Seine Organisation unterstütze zwei der vier Krankenhäuser. Eines von ihnen war auf die Behandlung von Müttern und Kindern spezialisiert. 

Mindestens sechs Kinder seien bei den Angriffen auf zwei Schulen in der Stadt Asas gestorben, sagte Lake. Asas befindet sich nahe der türkischen Grenze. In der Region kämpfen mehrere Parteien. Die türkische Armee hat Asas beschossen, da hier kurdische Kämpfer Gebiete eingenommen haben, die vorher von Kämpfern kontrolliert worden waren, die von der Türkei unterstützt werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte unterdessen eine Flugverbotszone in Syrien zu bestimmen. "In der jetzigen Situation wäre es hilfreich, wenn es dort ein Gebiet gäbe, auf das keine der Kriegsparteien Angriffe fliegt – also eine Art Flugverbotszone", sagte sie der Stuttgarter Zeitung.

Aleppo: Verwüstungen im Bürgerkrieg

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Aleppo, Syrien, Krieg
26. Februar 2013: Seit mehreren Monaten finden in Aleppo schwere Kämpfe statt. Rebellengruppen versuchen, die zweitgrößte Stadt Syriens unter ihre Kontrolle zu bringen. Noch sind die Altstadtbereiche rund um die Zitadelle relativ intakt.
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15. Dezember 2014: Das Satellitenbild zeigt schwere Verwüstungen und Bombenkrater. Südlich und westlich der Zitadelle liegen ganze Gebäudezüge in Schutt und Asche, darunter auch die ehemalige Chusrawiyya-Moschee.