Hier sind die Informationen, die ZEIT ONLINE durch Überprüfung von mindestens zwei unabhängigen Quellen bestätigen kann:

  • Die Staatsanwaltschaft Berlin verdächtigt vier Männer, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat nach Paragraf 89a des Strafgesetzbuches vorbereitet zu haben. Die Tat sollte sich gegen einen Ort in Berlin richten.
  • Am Donnerstagmorgen wurden deshalb Wohnungen und Unterkünfte in Berlin, Attendorn, Hannover-Vahrenwald und Isernhagen durchsucht. Die Durchsuchungen sollten Hinweise darauf liefern, ob, und wenn Ja, wo eine Gewalttat geplant worden ist.
  • Bei den Durchsuchungen wurden mehrere Personen angetroffen.
  • Bei den Verdächtigen handelt es sich um Algerier.
  • Zwei der Verdächtigen wurden festgenommen: ein 34-Jähriger, der sich in einer Flüchtlingsunterkunft in Attendorn im Sauerland aufhielt, und ein 49-Jähriger, der in seiner Wohnung in der Waldemarstraße in Berlin war. Außerdem wurde die Ehefrau des 34-Jährigen festgenommen.
  • Zwei weitere Verdächtige traf die Polizei ebenfalls an, nahm sie aber nicht fest: einen 26-Jährigen in Hannover und einen 31-Jährigen in der Waldemarstraße in Berlin.
  • Gegen den Verdächtigen in Attendorn und seine Frau lagen internationale Haftbefehle vor, die die algerischen Behörden ausgestellt hatten. Der Haftbefehl gegen den Mann steht im Zusammenhang mit Aktivitäten des "Islamischen Staates".
  • Dem Verdächtigen in Attendorn wird außerdem Urkundenfälschung zur Last gelegt. Er und seine Frau sollen im Herbst 2015 mit gefälschten Pässen als syrische Flüchtlinge nach Bayern eingereist sein.
  • Die Berliner Polizei hat ein Foto veröffentlicht, das den 34-jährigen Hauptverdächtigen aus Attendorn mit unterschiedlichen Waffen zeigt. Auf dem Bild hält er eine Pistole in der Hand; neben ihm stehen zwei Schnellfeuergewehre vom Typ Kalaschnikow und ein Zielfernrohr, auf dem Boden liegen Handgranaten und Magazine. Das Gesicht des bärtigen Mannes ist unkenntlich gemacht.
  • Dem 49-jährigen Verdächtigen aus Berlin wird ebenfalls Urkundenfälschung zur Last gelegt, es gab einen entsprechenden Haftbefehl. Gegen den 31-Jährigen gab es keinen Haftbefehl.
  • Durchsucht wurden auch ein Backshop und ein Kiosk am Berliner Alexanderplatz. Die beiden Verdächtigen aus der Waldemarstraße haben dort gearbeitet.
  • Der Hinweis auf die mutmaßliche islamistische Terrorzelle ist nach Behördenangaben bereits Anfang Januar vom Bundesamt für Verfassungsschutz gegeben worden. Demnach hatte der Verfassungsschutz nach zunächst vagen Informationen im Dezember dann am 10. Januar einen konkreten Hinweis übermittelt.
  • Der Einsatz der Beamten wurde von der Berliner Polizei koordiniert. Auch der Einsatz der niedersächsischen und nordrhein-westfälischen Beamten geschah nach einem Zugriffsplan, der in Berlin erstellt worden war.
  • Es besteht keine erhöhte Terrorgefahr in der Hauptstadt. Die Festnahmen haben die Einschätzungen von Verfassungsschutz und Polizei nicht verändert.
  • Die Polizei in Berlin kann nicht bestätigen, dass sich ein geplanter Anschlag gegen den Berliner Alexanderplatz oder den Checkpoint Charlie richten sollte.

Durchsuchungen in Berlin