Drei Tage nach dem schweren Zugunglück bei Bad Aibling in Oberbayern ist die dritte Blackbox in den Zugtrümmern entdeckt worden. Sie werde jetzt den Gutachtern zur Auswertung übergeben, sagte eine Polizeisprecherin. Die beiden anderen Blackboxen werden bereits ausgewertet. 

Am Dienstagmorgen waren auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim zwei Regionalzüge frontal ineinander gerast. Die Unglücksursache ist noch nicht geklärt. Der Spiegel berichtet, ein Fahrdienstleiter im Stellwerk von Bad Aibling habe versucht, die aufeinander zu rasenden Züge per Notruf zu stoppen. Dafür gebe es ein spezielles Mobilfunknetz. Der erste Notruf habe die Lokführer kurz vor dem Crash erreicht, der zweite, als sich die Züge bereits ineinander verkeilt hatten. 

In Bad Aibling dauern die Aufräumarbeiten an: "Die zwei Triebwagen sind jetzt voneinander getrennt, die rollfähigen Zugteile werden langsam abtransportiert", sagte die Polizeisprecherin. "Heute wird es bis in den Abend hinein gehen, Kleinteile werden voraussichtlich morgen noch geborgen." Nach der Instandsetzung von Gleisen und Oberleitungen werde es noch eine Testfahrt geben, bevor die Strecke in einigen Tagen wieder freigegeben werden könne.

Am Donnerstag war die Zahl der Toten auf elf gestiegen, ein 47 Jahre alter Mann aus dem Landkreis München starb im Krankenhaus. 20 Passagiere waren schwer verletzt worden, 62 leicht. Der Gesundheitszustand einiger Schwerverletzter sei "nach wie vor ernst", teilte die Polizei mit.

Zugunglück Oberbayern - Wie ein Zugsicherungssystem ausgeschaltet werden kann Das Zugsicherungssystem PZB hat das Zugunglück in Bad Aibling nicht verhindert, möglicherweise wurde es deaktiviert. Ein Bahnexperte der TU-Berlin erklärt, wie das geht.