Nach dem schweren Zugunglück von Bad Aibling ist die Zahl der Toten auf elf gestiegen. Ein 47 Jahre alter Mann aus dem Landkreis München erlag in einer Klinik seinen Verletzungen, teilte die Polizei mit. Es handele sich um einen Triebfahrzeugführer, berichtet die Holzkirchner Stimme. Zwei weitere Fahrzeugführer und ein Lehrlokführer waren ebenfalls bei dem Unfall getötet worden. Bei dem Zusammenprall zweier Regionalzüge auf der Strecke Holzkirchen-Rosenheim waren am Dienstagmorgen auch 21 Menschen schwer und 62 leicht verletzt worden.

Bei den Toten handelt es sich allesamt um Männer im Alter von 24 bis 60 Jahren. Sie stammen fast alle aus der Region, allerdings ist auch ein 38 Jahre alter Mann aus Brandenburg unter den Toten.

Die Frage nach der Ursache des Unfalls ist aber weiter ungeklärt. Derzeit würden die Signalanlagen untersucht und die zwei bereits gefundenen Blackboxes ausgewertet, sagte ein Polizeisprecher. "Wenn man zu dem Ergebnis käme, dass es keine Hinweise auf technisches Versagen gäbe, würde man die Ermittlungen eher auf die menschliche Seite richten." Doch derzeit gebe es noch keine Hinweise, in welche Richtung sich der Fokus verschieben werde. Sachverständige des Eisenbahn-Bundesamtes arbeiten an der Auswertung der beiden bereits gefundenen Blackboxes. Eine dritte Box wurde noch in den Zugtrümmern vermutet. Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich bislang nicht zu einer möglichen Unglücksursache. Medienberichten zufolge könnte es sich um einen Fall von menschlichem Versagen handeln.

Auch die Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle dauern an. Dabei müsse vorsichtig vorgegangen werden, weil die ineinander verkeilten Züge unter hoher Spannung stünden und Einsatzkräfte durch umherfliegende Teile gefährdet werden könnten, erklärte die Polizei. Die Bergung der Zugteile wird nach Angaben der Deutschen Bahn noch mindestens bis Freitag andauern.

Es wurden laut Bahn zunächst die weniger stark beschädigten Wagen an den jeweiligen Enden der Züge geborgen. Dabei waren auch zwei Notfallkräne mit einer Tragkraft von 160 und 60 Tonnen im Einsatz. Nach Abschluss der Bergung muss noch die Fahrbahn repariert und die Oberleitung montiert werden.