Mazedonien hat seine Grenzen für Migranten aus Afghanistan gesperrt und lässt nur noch Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak durch. Das führt zu Problemen in Griechenland: Allein am Montagmorgen kamen bereits mehr als 4.000 Flüchtlinge in der griechischen Hafenstadt Piräus an, die über Nordgriechenland weiter nach Mitteleuropa reisen wollten. Die Busse, die sie abholen sollten, kamen nach übereinstimmenden Medienberichten zunächst nicht – offenbar versuche die Polizei, einen noch größeren Stau an der mazedonischen Grenze zu verhindern, hieß es.

Mehr als 5.000 Menschen warten nun auf der griechischen Seite, ohne zu wissen, wann und ob sie weiterkommen. Dies hatte am Vorabend der für die Migration zuständige Vizeminister Ioannis Mouzalas im Fernsehen bestätigt und beklagt, dass Mazedoniens Handeln "nicht im Einklang mit den Vereinbarungen des jüngsten Gipfels der EU" stehe. Die EU hatte beschlossen, dass bis zum neuen Migrationsgipfel Anfang März die Grenzen für Flüchtlinge aus dem Irak, Syrien und Afghanistan auf der Balkanroute offenbleiben.

Neuer Rekordwert in Ungarn

In Ungarn ist die Zahl der Flüchtlinge durch den Bau eines Grenzzauns zu Serbien und Kroatien im vergangenen Herbst drastisch zurückgegangen. Die Menschen ziehen seitdem nicht mehr durch das einstige Transitland, sondern durch Kroatien und Slowenien. Trotzdem griffen die Behörden in den vergangenen drei Tagen 500 Flüchtlinge auf, die die Sperren an der Grenze zum südlichen Nachbarn Serbien überwunden hatten. Die Polizei sprach von einem neuen Rekordwert.

Migranten, die auf der Balkanroute nicht mehr weiterkommen, nehmen zunehmend die Dienste von Schleppern in Anspruch. Die Reaktivierung der früher etablierten Schmuggelrouten erklärt Beobachtern zufolge, warum jetzt auch in Ungarn wieder die Flüchtlingszahlen steigen.