Polizei und Staatsanwaltschaft haben das für Flüchtlinge zuständige Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) durchsucht und einen Referatsleiter festgenommen. Der Mann steht unter Verdacht, Schmiergelder einer Sicherheitsfirma angenommen zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der Referatsleiter soll Aufträge für den Betrieb von Flüchtlingsunterkünften nur vergeben haben, wenn dafür ein bestimmtes Sicherheitsunternehmen zur Bewachung verpflichtet wurde. Auch der Geschäftsleiter besagter Sicherheitsfirma sei festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte bei der Durchsuchung ein Auto und 51.000 Euro, die sie darin gefunden hatten.

Wie oft und wie viel Schmiergeld der Verdächtige entgegengenommen haben soll, war zunächst nicht klar. "Es geht um gewerbsmäßige Bestechlichkeit, daraus kann man schon ersehen, dass es sich nicht um einen Einzelfall, sondern um regelmäßige Zahlungen handelt", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem Rundfunk Berlin-Brandenburg.

Das Berliner Lageso ist die zentrale Leistungsstelle für Asylbewerber in der Bundeshauptstadt. In den vergangenen Monaten stand die Behörde häufig wegen chaotischer Zustände im Fokus der Öffentlichkeit, Hilfesuchende müssen dort oft tagelang anstehen, bevor sie einen Termin bekommen. Zuletzt hatten sich die Zustände an der Behörde leicht entspannt.