Panik und Entsetzen in den Gesichtern von weißen Amerikanern, im Büro, zu Hause und auf der Straße: "Waaaaaaas? Beyoncé ist schwarz?????" Die Menschen gucken verstört auf den Fernseher, wo gerade das Musikvideo zum neuen Beyoncé-Song Formation läuft. Die Menschen können es nicht fassen: Amerikas Disco-Queen als Ikone der Schwarzen-Bewegung, inmitten schwarzer Opfer von Polizeigewalt und in den Straßen New Orleans, wo nach dem Hurricane Katrina vor allem die Viertel der schwarzen Stadtbevölkerung betroffen und lange ihrem Schicksal überlassen worden waren.

"The Day Beyoncé Turned Black"

When Beyoncé dropped Formation, the internet lost its collective mind — some more than others.

Posted by Saturday Night Live on Sonntag, 14. Februar 2016

"The Day Beyoncé Turned Black" ist eine Persiflage der US-Show Saturday Night Live auf die Debatte, die die US-Sängerin Beyoncé Knowles in der Halbzeitpause des Superbowl auslöste. Seit der Veröffentlichung ihres neuen Songs Formation wird in den USA über politische Stimmungsmache während einer Sportveranstaltung diskutiert, über Rassismus und Diskriminierung, über Polizeigewalt gegen Schwarze und die Black-Lives-Matter-Bewegung, die diese Missstände kritisiert.

Sie hetze gegen Politik und Polizei, muss sich Beyoncé anhören. Der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani wirft der 34-Jährigen sogar vor, direkt zur Gewalt gegen Polizisten aufzurufen. An diesem Dienstag soll es sogar einen Anti-Beyoncé-Protestmarsch vor dem NFL-Hauptquartier in New York City geben. Und ein Polizist in Detroit hat den Auftritt der Sängerin und ihrer Tänzerinnen beim Superbowl – ihr Look und das Recken der Faust erinnerte direkt an die Black-Panther-Bewegung – mit dem Ku-Klux-Klan gleichgesetzt.

Der Polizist hat sich auf Facebook inzwischen entschuldigt, die Debatte über Formation und die Rassentrennung in den USA aber bleibt. Beyoncé selbst hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert.