Waris Ahluwalia ist daran gewöhnt, auf internationalen Flughäfen besonders streng überprüft zu werden. Als Sikh zieht er mit Turban und Vollbart die Aufmerksamkeit der Sicherheitskräfte auf sich. Extra Kontrollen, besondere Gründlichkeit, selbst die genaue Untersuchung seiner Füße: Der Designer und Schauspieler, der unter anderem als Modell für eine große US-Modemarke und seine Rolle in Grand Budapest Hotel bekannt wurde, hat alle möglichen Formen der Diskriminierung erlebt.

Auch in Mexiko-Stadt musste sich Ahluwalia beim Einchecken zu seinem Heimflug nach New York zwei Kontrollrunden unterziehen. Als er dachte, alles überstanden zu haben, kam ein Sicherheitsmann auf den US-Bürger mit indischer Herkunft zu und forderte ihn auf, seinen Turban abzunehmen. Das wollte sich Ahluwalia nicht mehr gefallen lassen. Er weigerte sich, was zur Folge hatte, dass die Fluglinie Aeromexico ihn grundsätzlich nicht mehr befördern wollte.

Den Vorfall machte Ahluwalia in den Sozialen Netzwerken öffentlich. Ein Instagram-Posting zeigt ihn nach der Kontrolle. "Mein Turban und mein Bart stehen für meinen Einsatz für Gleichheit und Recht", wird Ahluwalia in einer Mitteilung der Sikh-Vereinigung in den USA zitiert. Aeromexico reagierte schnell und bot einen neuen Flug an, den Ahluwalia aber ablehnte. "Wenn das Sicherheitspersonal mit Bigotterie und Angst reagiert, werde ich einen Flug nehmen, der inkludierender ist." 

Airline beruft sich auf US-Vorschriften

Für die Fluglinie entwickelt sich der Vorfall zu einem PR-Desaster. In einer Mitteilung teilte Aeromexico mit, dass selbstverständlich alle Passagiere befördert werden würden, ganz gleich, welcher Religion sie angehörten. Allerdings müsse man sich bei Flügen in die USA an die Vorschriften der US-Flugsicherheitsbehörde halten.

Tatsächlich gelten für Turbane besondere Regeln. Nach Angaben der Sikh-Vereinigung ist das Sicherheitspersonal bei Flügen in die Vereinigten Staaten angewiesen, die Kopfbedeckungen zu überprüfen. Voraussetzung ist das Einverständnis der Träger. Im Falle einer Weigerung sehen die Regeln eine intensive Überprüfung in einem separaten Raum vor.

Die Situation der Anhänger der Religion, die in Nordindien begründet wurde, ist in den USA ohnehin schwierig. "Die Symbole der religiösen Identität – der Turban, der Bart – werden mit Terrorismus assoziiert", sagte ein Vertreter der Sikh-Vereinigung der der Washington Post.

Protest im Terminal

In Mexiko-Stadt ist Ahluwalia auch Stunden nach dem Vorfall noch immer nicht nach New York abgeflogen. "Es geht nicht nur um meinen Komfort oder darum, zum Mittagessen nach Hause zu kommen", sagte er der Washington Post. "Wenn ich weggehe, wird jemand anders dieselbe Erfahrung machen." Er will aus Protest im Terminal bleiben, bis drei Forderungen erfüllt sind, die von der Sikh-Vereinigung in einem Tweet zusammengefasst wurden.