In Sachsen-Anhalt haben Unbekannte auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft geschossen. Das ehemaligen Bürogebäude in Gräfenheinichen wird von einem Sicherheitsdienst bewacht, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung. Derzeit würden Ermittlungen wegen des Verdachts der versuchten Tötung geprüft, teilte die Polizei mit. Demnach hielten sich zum Tatzeitpunkt Wachleute in dem Haus auf. Sie seien jedoch nicht verletzt worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Schüsse seien demnach offenbar aus einer "erlaubnispflichtigen Waffe" abgegeben worden. Mehrere Fensterscheiben seien zerstört worden.

Die Tat zeige "die zunehmende Hemmungslosigkeit von Ausländerfeinden, denen Staat und Gesellschaft gemeinsam entgegentreten müssen", so Polizei und Staatsanwaltschaft. Auch Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) verurteilte den "feigen und hinterhältigen" Anschlag. "Wir werden alles daran setzen, den oder die Täter zu ermitteln und einer gerechten Strafe zuzuführen", sagte er.

Bisher gibt es keine Erkenntnisse zu den Tätern. Über das Kaliber der Tatwaffe machte die Polizei keine Angaben. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen. Spezialisten des Landeskriminalamtes unterstützten die Spurensuche am Tatort.

dpa
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Die geplante Unterkunft für Flüchtlinge ist seit Monaten das Ziel von Anschlägen. Die letzte Attacke ereignete sich vergangenes Wochenende, als Unbekannte das Gebäude mit Steinen bewarfen. Nach dem das Haus im Dezember vergangenen Jahres unter Wasser gesetzt worden war, ist es unbewohnbar und mittelfristig nicht nutzbar. Laut eines Berichts der Mitteldeutschen Zeitung verbreiten Rechtextremisten in den sozialen Medien allerdings immer wieder das Gerücht, dass in dem Gebäude trotzdem bald Asylbewerber untergebracht werden sollen. Der Landkreis dementiert das, hält grundsätzlich jedoch an der Unterkunft fest. "Es steht kein Termin für den Bezug des Gebäudes fest. Das Objekt ist als Unterkunft für 80 Personen vorgesehen", zitiert die Zeitung einen Sprecher des Landratsamts.