Im Fall der mutmaßlichen Terrorzelle in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gehen die Ermittler inzwischen davon aus, dass die vier algerischen Männer Kontakt zur Führung der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) gehabt haben. Wie die Zeitung Die Welt berichtet, existieren Fotos, die den am Donnerstag in Attendorn festgenommenen 35-Jährigen gemeinsam mit dem IS-Planungschef für Terroranschläge im Ausland zeigen. "Dieser Mann ist brandgefährlich und wollte anderen Menschen Schaden zufügen", sagte ein Ermittler dem Blatt.

Auch der Spiegel berichtet über Bildmaterial, das den Verdächtigen zeigen soll. Er sei bewaffnet im Nahen Osten zu sehen. Auf einem der Bilder habe er neben Leichen posiert. Auf einem weiteren Foto soll er beim Essen mit einer Person aus dem Umfeld der Pariser Attentäter abgebildet sein.

Die Polizei Berlin wollte sich nicht dazu äußern. An diesem Nachmittag wollen die Behörden aber weitere Angaben zu den Ermittlungen machen.

Nach Angaben des zuständigen Oberlandesgericht Hamm soll der 35-Jährige noch im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgeführt werden. Der Richter werde über den Erlass einer "Festhalte-Anordnung" gegen den in Algerien wegen IS-Mitgliedschaft gesuchten Mann entscheiden. Danach könne ein Auslieferungsverfahren beginnen.

Die deutschen Sicherheitsbehörden waren am Donnerstagmorgen mit einer Großrazzia gegen möglicherweise gewaltbereite Islamisten vorgegangen. Die Durchsuchungen richteten sich nach Angaben der federführenden Berliner Polizei gegen vier Algerier. Die Männer könnten demnach eine "schwere staatsgefährdende Gewalttaten" vorbereitet haben.

Terrorismus - Polizei veröffentlicht nach Razzien ein Foto des Hauptverdächtigen Nach der Aufdeckung einer mutmaßlichen algerischen Islamistenzelle prüft die Berliner Polizei auch mögliche Verbindungen zu den Anschlägen von Paris im November. Der Hauptverdächtige kam 2015 als Flüchtling nach Deutschland.