In Köln ist die Polizei erneut mit einer Razzia gegen mögliche Rückzugsorte und Treffpunkte krimineller Banden vorgegangen. Bei der Aktion wurden am Dienstagabend Gaststätten und Wettbüros durchsucht und mehr als Hundert Menschen überprüft. Nach Angaben der Polizei wurde eine ähnliche Zahl von Mobiltelefonen beschlagnahmt.

Bei der Kontrolle der Handys liegt der Fokus nach Angaben des Sprechers auf möglichen Bezügen zu Diebstählen und den Übergriffen an Silvester. Außerdem wurden Bargeld und Betäubungsmittel beschlagnahmt, es gab mehrere vorläufige Festnahmen.

Bereits in den Vorwochen war die Kölner Polizei mit zwei vergleichbaren Aktionen in den Stadtteilen Kalk und Humboldt/Gremberg gegen ihnen bekannte mutmaßliche Tätergruppierungen vorgegangen, deren Mitglieder den Beamten zufolge größtenteils aus Nordafrika stammen und etwa für Diebstahlsdelikte verantwortlich sein könnten. Auch in Düsseldorf hatte es bereits eine Razzia gegeben.

Absprachen, Treffen, Lagerung

Die neuerliche Großrazzia konzentrierte sich auf einen anderen Straßenzug in derselben Gegend. Ziel der Durchsuchungen sind der Polizei zufolge Lokalitäten, die mutmaßliche Täter für Absprachen, Zusammenkünfte oder die Lagerung von Diebesgut nutzen könnten.

In der Silvesternacht war es am Kölner Hauptbahnhof aus einer größeren Menschenmenge heraus massenhaft zu sexuellen Übergriffen auf Frauen und Straftaten wie Diebstählen gekommen. Die Vorfälle hatten bundesweit für Empörung gesorgt. Es wird vermutet, dass zumindest für einen Teil davon die Mitglieder krimineller Banden verantwortlich waren.