Köln - Erstes Urteil zu Kölner Silvesternacht Das Amtsgericht Köln hat einen 23-Jährigen zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 100 Euro verurteilt. Der Täter hatte am Silvesterabend einer Frau ihr Handy gestohlen.

Im ersten Prozess zur Kölner Silvesternacht hat das Amtsgericht Köln einen 23-jährigen Mann wegen Diebstahls zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 100 Euro verurteilt. Der Asylbewerber aus Marokko gestand, einer Frau auf dem Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofs das Handy gestohlen zu haben, als diese gerade den Kölner Dom fotografierte.

Der Richter entsprach mit dem Urteil im Wesentlichen der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte dagegen auf eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen plädiert, womit der Angeklagte nicht vorbestraft gewesen wäre. Die 20-jährige Bestohlene, die in der Verhandlung als Zeugin aussagte, hatte selbst nicht gesehen, wer der Täter gewesen war. Ein afghanischer Flüchtling, der die Tat beobachtet hatte, klärte sie aber auf. Sie verfolgte den Dieb daraufhin über den Bahnhofsvorplatz. Als ihm jemand ein Bein stellte und er fiel, holte sie ihn ein und er gab ihr das Handy selbst zurück. Danach wurde er sofort festgenommen. Dabei fand die Polizei bei ihm 0,1 Gramm Amphetamin.

In der Verhandlung entschuldigte sich der Angeklagte bei der Frau, die aus Sulz in Baden-Württemberg nach Köln gekommen war, um dort mit Freundinnen Silvester zu feiern. Die junge Frau nahm die Entschuldigung ausdrücklich an.

Bewährungsstrafen auch im zweiten Prozess

Auch im zweiten Prozess zur Kölner Silvesternacht verhängte das Gericht eine Bewährungsstrafe. Das Amtsgericht verurteilte einen 22 Jahre alten Tunesier wegen Diebstahls einer Kamera zu drei Monaten auf Bewährung. Auch bei seinem 18 Jahre alten Komplizen aus Marokko gab es einen Schuldspruch, doch gilt für ihn noch das Jugendstrafrecht. Er muss sich nun zwei Jahre bewähren.

In der Silvesternacht hatten Gruppen von Männern am Kölner Hauptbahnhof sexuelle Übergriffe auf Frauen und zahlreiche Raubdelikte verübt. Bei den Tätern soll es sich überwiegend um Menschen mit nordafrikanischen Wurzeln handeln. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der Taten gegen Dutzende Beschuldigte.