Eine Gruppe Wintersportler aus Tschechien ist am Samstag in Tirol auf einer Skitour von einer Lawine verschüttet worden. Wie die Polizei berichtet, haben fünf von ihnen das Unglück nicht überlebt. Zwei weitere wurden verletzt, schwebten aber nicht in Lebensgefahr, wie die Polizei in Innsbruck mitteilte. Insgesamt waren 17 tschechische Skitourengeher in zwei Gruppen am Aufstieg nahe Wattenberg unterwegs, als sich um 12.25 Uhr die Schneemassen lösten. Alle Alpinisten wurden verschüttet.

Das Unglück ereignete sich am Junsjoch, einem Skigebiet nahe Innsbruck. Die Gruppe sei von den Schneemassen überrascht worden. Ein anderer Wintersportler habe die Lawine gesehen und die Rettungskräfte alarmiert. Es galt die Lawinenwarnstufe drei auf der fünfteiligen Skala und damit eine erhebliche Lawinengefahr. Am selben Tag waren in Tirol nach einem ORF-Bericht 18 Lawinen abgegangen.

In jeder Wintersaison kommt es in den Alpen zu mehreren Hundert Lawinenabgängen. Von November 2014 bis März 2015 waren allein in den österreichischen Bergen in 232 Fällen davon Personen beteiligt. 25 Menschen kamen nach Informationen des Innenministeriums im vergangenen Winter durch Lawinen ums Leben. Fast zwei Drittel der so getöteten Personen verunglückten beim Skitourengehen. 30 Prozent fuhren abseits der markierten und kontrollierten Pisten. In der Vorjahressaison 2013/2014 hatte Österreich elf Lawinentote verzeichnet. Detaillierte Daten zu einzelnen Unfällen veröffentlicht der Lawinenwarndienst Tirol.

Lawinen entstehen fast immer an Hängen mit einem Gefälle zwischen 30 und 50 Grad. Auf der Nordhalbkugel setzt sich die Schneedecke wegen der geringen Sonneneinstrahlung an Nordhängen nur langsam. Dadurch bleiben Gefahren länger erhalten. Südhänge dagegen erhalten mehr Sonneneinstrahlung – was die Schneedecken stabilisiert. Im Frühjahr verschiebt sich die Situation. Dann erhalten Südhänge so viel Sonne, dass das entstehende Schmelzwasser die Verbindungen in der Schneedecke lösen kann.