Menschen fliehen auf einem Pick-up vor der Islamistenmiliz Boko Haram im Nordosten Nigerias. © Stringer/afp/Getty Images

In Nigeria haben Soldaten nach Angaben der Regierung Kameruns etwa 850 Menschen aus der Gewalt der Extremistenmiliz Boko Haram befreit. Bei dem Einsatz in einem Dorf an der Grenze zu Kamerun wurden 92 Islamisten getötet, wie die Regierung in Jaunde mitteilte. Die Armeen beider Länder seien gemeinsam gegen die Miliz vorgegangen und hätten auch Waffen sowie Munition beschlagnahmt. Zwei kamerunische Soldaten sollen bei dem Einsatz getötet worden sein.

In den vergangenen zwei Wochen hat die nigerianische Armee eigenen Angaben zufolge insgesamt knapp 1.900 Menschen aus der Gewalt von Boko Haram befreit. Zudem sollen am Freitag etwa 3.000 Flüchtlinge aus Kamerun nach Nigeria zurückgekehrt sein. Noch immer in Gefangenschaft von Boko Haram befinden sich indes die 219 Mädchen von Chibok, die im April 2014 entführt worden waren. Mitte der Woche hatte es erneut Gerüchte gegeben, dass sie noch am Leben seien und bald befreit werden könnten.

Boko Haram ist vor allem im Norden Nigerias aktiv und hat Tausende Menschen umgebracht oder verschleppt. Die Islamisten greifen auch in den Nachbarstaaten an und wollen ein Kalifat errichten.

Nigeria hat zusammen mit Kamerun, Tschad und Niger eine Eingreiftruppe aufgebaut, um die Miliz zu bekämpfen. Laut nigerianischen Gesundheitsbehörden sind fast 6.500 Kinder, die vor der Terrororganisation in Flüchtlingscamps im Nordosten Nigerias geflüchtet sind, stark unterernährt.