Flüchtlinge warten im Flüchtlingscamp in Dikwa auf die Essensausgabe. © AFP/Getty Images

In Borno, im Norden Nigerias, sind bei zwei Selbstmordanschlägen auf ein Flüchtlingslager nach Angaben des Militärs mehr als 58 Menschen getötet worden. Weitere 78 Menschen seien verletzt worden. Ein Vertreter des Militärs sagte, die Bombenattentate seien in Dikwa, in der Nähe von Maiduguri, verübt worden. Die Attentate hätten schon am Dienstag stattgefunden, wegen einer unterbrochenen Telefonverbindung sei das Militär nicht unterrichtet worden. Die Behörden machen die Terrormiliz Boko Haram für den Anschlag verantwortlich.

Der Chef der Rettungskräfte in Borno, Satomi Ahmed, sagte der Nachrichtenagentur AFP, ersten Erkenntnissen zufolge seien am Morgen drei als Flüchtlinge verkleidete Attentäterinnen in dem Lager angekommen. Zwei hätten ihre Sprengsätze gezündet, die dritte habe einen Rückzieher gemacht, als sie erfahren habe, dass sich auch ihre Eltern und Geschwister in dem Camp aufhielten. Die Frau habe die Soldaten in dem Lager zudem vor weiteren Anschlägen in der Region gewarnt.

In dem Flüchtlingslager leben 50.000 Menschen, die vor der Terrormiliz geflohen sind. Maiduguri ist die größte Stadt in der Region Borno und gilt als Ursprungsort von Boko Haram. Durch die Auseinandersetzungen in Nigeria sind in den vergangenen Jahren 2,5 Millionen Menschen vertrieben worden. Etwa 20.000 Menschen sollen getötet worden sein.

Die radikalen Islamisten verüben immer wieder Anschläge im Norden Nigerias und den umliegenden Staaten. Boko Haram kämpft für einen Gottesstaat, der auf den Grundsätzen der Scharia basiert. Die Terrororganisation hat auch den Extremisten des "Islamischen Staats" die Treue geschworen.

Nigeria - Mehr als 60 Tote bei Selbstmordanschlag auf Flüchtlingslager Zwei Selbstmordattentäterinnen haben sich in einem Flüchtlingslager der Stadt Dikwa, im Nordosten von Nigeria, in die Luft gesprengt. Mindestens 60 Menschen kamen ums Leben, mehr als 78 wurden verletzt.