Papst Franziskus - "Donald Trump ist kein Christ" Papst Franziskus kritisierte den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump für sein Vorhaben, eine Mauer vor Mexiko zu bauen. Das sei mit christlichen Werten nicht zu vereinbaren, sagte der Papst.

"Dieser Mann ist kein Christ": Mit deutlichen Worten hat Papst Franziskus Stellung bezogen zum Präsidentschaftsbewerber Donald Trump und seinen Plänen, im Fall seiner Wahl ins Weiße Haus eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen. Während seiner "fliegenden Pressekonferenz" auf dem Rückflug von seinem Besuch in Mexiko nach Rom nannte das Kirchenoberhaupt diesen Vorschlag "nicht christlich" – und zettelte damit einen Schlagabtausch mit dem US-Immobilienmogul an.

Der Papst betonte, dass er sich nicht in die US-Politik einmischen und sagen will, ob man Trump wählen soll oder nicht. "Ich sage nur: Wenn er solche Dinge sagt, dann ist dieser Mann kein Christ", so Franziskus. "Eine Person, die daran denkt, Mauern anstatt Brücken zu bauen, ist nicht christlich. Das ist nicht das Evangelium."

Trump ließ die Äußerungen des Papstes nicht auf sich sitzen. Während einer Wahlkampfveranstaltung in South Carolina bezeichnete er sie als "schändlich", auf Facebook schrieb er, für einen religiösen Führer sei es beschämend, den Glauben eines Menschen infrage zu stellen. Er fügte hinzu: "Wenn der Vatikan vom IS angegriffen wird, was das Ziel der Terrormiliz ist, wird sich der Papst noch wünschen und dafür beten, dass Donald Trump Präsident ist."

Als eigentliche Verursacher der päpstlichen Vorwürfe sieht der New Yorker Milliardär die Regierung in Mexiko. "Sie benutzen den Papst als Pfand und sie sollten sich dafür schämen", schreibt Trump in seinem Facebook-Beitrag. Schon Tage bevor Franziskus die Grenze zwischen Mexiko und den USA besuchte, nannte er ihn in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox Business eine "sehr politische Person", die auf Geheiß der Mexikaner agieren würde.    

Auf die früheren Äußerungen Trumps angesprochen, sagte Franziskus auf dem Rückflug: "Gott sei Dank hat er mich 'politisch' genannt." Er zitierte Aristoteles, der den Menschen als zoon politicon definiert habe, und fügte hinzu: "Immerhin bin ich also menschlich." Und ob er das Pfand der Mexikaner sei? "Nun, vielleicht, ich weiß es nicht." Das, so fügte der Argentinier hinzu, überlasse er der Beurteilung der anwesenden Journalisten – "und der der Menschen".