Wegen einer Sturmwarnung ist der Rosenmontagszug von Mainz abgesagt worden. Die Entscheidung trafen der Mainzer Carneval-Verein (MCV), die Stadtverwaltung und die Feuerwehr. Nachdem der Deutsche Wetterdienst für Montag Böen der Windstärke zehn vorhergesagt habe, sei das Risiko zu hoch gewesen. Befürchtet wurde, dass Karnevalisten von herabfallenden Ästen getroffen oder Wagen des Umzugs durch Sturmböen umgeworfen werden könnten. Die Polizei rechnet allerdings weiterhin mit zahlreichen feiernden Besuchern in der Stadt, sagte ein Sprecher am Abend. Man werde mit starken Kräften vor Ort sein.

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) sagte: "Das ist mehr als schade, aber es ist nicht das Ende der Fröhlichkeit in Mainz." Der Sprecher der Zugleitung, Claus Aulenbacher, verwies auf die besondere Situation der Strecke mit stellenweise vielen Bäumen. "Die Entscheidung ist ganz klar, die Sicherheit geht vor", sagte der Präsident des Mainzer Carneval-Vereins, Richard Wagner.

Kölner Umzug findet unter Auflagen statt

In Düsseldorf wird am Montagmorgen über eine mögliche Absage entschieden. Auch das westfälische Münster hat wegen der Sturmwarnung seinen Rosenmontagszug abgesagt, ebenso Duisburg, Hagen, das sauerländische Wenden und ein Stadtteil von Essen. In Düsseldorf wurde der Umzug bereits 1990 wegen eines schweren Orkans abgesagt, später allerdings mit 82 Tagen Verspätung nachgeholt.

Der Kölner Zug hingegen soll stattfinden, allerdings nur unter Auflagen. Pferde, Fahnen und Schilder sind verbannt. Mit den beschlossenen Einschränkungen sei der Zug trotz der erwarteten Sturmböen sicher, sagten die Verantwortlichen. "Wir lassen uns das Feiern auch vom Wetter nicht vermiesen", sagt Zugleiter Christoph Kuckelkorn.

Die Planen, die die Besucher vor Wind und Regen schützen, werden entfernt. Ob weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen, wollen die Verantwortlichen von Karnevalsverein, Stadt, Polizei und Feuerwehr am Montagmorgen beschließen.

Tief Ruzica bringt Regen und Gewitter

Aber auch wenn Rosenmontagszüge wie geplant stattfinden, müssen sich die Jecken auf ungemütliches Wetter einstellen. Tief Ruzica soll neben Sturm auch starken, anhaltenden Regen und womöglich sogar Gewitter in die Karnevalshochburgen bringen.

Am Sonntag waren die Bedingungen für den Straßenkarneval noch besser. In Köln zogen die "Schull- un Veedelszöch" durch die Innenstadt. Der Zug umfasste 8.000 Teilnehmer aus 48 Schulen und 57 Vereinen. Die Schul- und Viertelszüge gelten als die ursprünglichsten Karnevalsumzüge in Köln. Auch in Düsseldorf waren die Jecken in der Innenstadt unterwegs. Dort zogen Gruppen mit Lautsprecherwagen die Königsallee hoch und runter und feierten.

Beim größten Umzug Norddeutschlands im niedersächsischen Braunschweig setzten sich die Karnevalisten satirisch mit der Terrordrohung auseinander, die im vergangenen Jahr zur Absage des Zugs geführt hatte. Ein meterhohes Styropor-Gespenst mit der Aufschrift "Terror" rollte durch die Innenstadt. "Zu Hause zu bleiben, wäre ein falsches Signal", sagte eine Zuschauerin. In Mannheim und Ludwigshafen säumten rund 200.000 Schaulustige die Strecke des Karnevalszugs.