Flüchtlinge passieren die österreichisch-deutsche Grenze bei Wegscheid. © Christof Stache/AFP/Getty Images

Laut einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov hält es jeder vierte Befragte (29 Prozent) für gerechtfertigt, unbewaffnete Flüchtlinge mit Waffengewalt am Grenzübertritt zu hindern. Für nicht gerechtfertigt halten dies 57 Prozent, also die Mehrheit. Keine Angaben machten 14 Prozent.

Für die YouGov-Umfrage wurden zwischen dem 2. und 4. Februar insgesamt 2.080 Personen online befragt. Eine der gestellten Fragen lautete: "Die Landesämter und das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachten in Deutschland Parteien und Organisationen, die im Verdacht stehen, Ziele, die dem Grundgesetz entgegenstehen, zu verfolgen. Mehrere Politiker haben gefordert, auch die Partei Alternative für Deutschland (AfD) vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Würden Sie dies befürworten oder ablehnen?"

Weitere Fragen waren: "Halten Sie es für gerechtfertigt, unbewaffnete Flüchtlinge mit Waffengewalt am Grenzübertritt zu hindern, oder halten Sie dies nicht für gerechtfertigt?" und "Was glauben Sie: Verfolgt die AfD verfassungsfeindliche Ziele oder tut sie dies nicht?"

Soll der Verfassungsschutz die AfD beobachten?

Hintergrund der Umfrage sind umstrittene Äußerungen der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry. Sie hatte vergangene Woche gesagt, Polizisten müssten illegale Grenzübertritte von Flüchtlingen verhindern und "notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen". Später relativierte sie diese Aussage etwas.

SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel forderte daraufhin die Beobachtung der rechtspopulistischen Partei durch den Verfassungsschutz. Dies würden laut der YouGov-Umfrage 32 Prozent voll und ganz befürworten und 26 Prozent eher befürworten. 13 Prozent wären dagegen und 14 Prozent würden das eher ablehnen. Die Partei AfD hatte mit radikalen Forderungen in der Flüchtlingsdebatte zuletzt wachsenden Zuspruch erhalten.

24 Prozent der Befragten glauben, dass die AfD verfassungsfeindliche Ziele verfolgt. Knapp die Hälfte (44 Prozent) stimmt der Aussage zu, einzelne Teile der Partei täten dies. 16 Prozent glauben das nicht. Weitere 16 Prozent machten dazu keine Angabe.