Die Besetzung des Nationalparks Malheur National Wildlife Refuge im US-Bundesstaat Oregon durch eine selbst ernannte Bürgerwehr ist beendet. Die letzten vier Besetzer stellten sich am Donnerstag friedlich, teilte das Federal Bureau of Investigation (FBI) mit. Am Ende verhandelte nur noch der 27-jährige David Fry mit den Behörden, nachdem drei seiner Mitstreiter bereits aufgegeben hatten. Der Mann drohte den Behörden mit Suizid, gab aber schließlich nach Gesprächen mit Beamten des FBI auf.

Damit endete die Besetzung des Nationalparks nach 41 Tagen. Mit ihrer Aktion wollte die Bürgermiliz zwei Landwirten beistehen, die wegen Brandstiftung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden waren. Diese beiden Rancher, Vater und Sohn, sollen auf Land der Bundesregierung Feuer gelegt haben, um Spuren von Wilderei zu verwischen. Sie traten Haftstrafen wegen Brandstiftung an. Ende 2015 urteilte ein Bundesrichter, die Haft sei nach Bundesrecht zu kurz gewesen, die Männer müssten nochmals in Haft kommen.

Mitglieder der Bürgerwehr, Rancher und andere Aktivisten hatten im Januar die Kontrolle über den Nationalpark übernommen und sich im Verwaltungsgebäude des Parks verschanzt. Die Besetzer waren zunächst von rechtskonservativen Kreisen rund um die Tea-Party-Bewegung unterstützt worden. Sie hatten jedoch kaum Unterstützung aus der Bevölkerung erhalten.

Oregon - Miliz-Anführer Bundy festgenommen Ammon Bundy, der Anführer der Miliz, die wochenlang das Besucherzentrum eines US-amerikanischen Nationalparks besetzte, wurde nach einer Verkehrskontrolle festgenommen. Eine Person kam bei einem Schusswechsel ums Leben.

Zu Beginn des Jahres hatten die Behörden bei einem Polizeieinsatz bereits zwölf Mitglieder der schwer bewaffneten Regierungskritiker verhaftet, unter ihnen den Anführer der Aktion, Ammon Bundy, und dessen Bruder Ryan. Dabei wurde ein Mitglied der Gruppe von der Polizei erschossen. Nach der gelungenen Verhaftung von Bundy harrte die Gruppe um Fry im Park aus und äußerte auf einem Internetstream ihre Kritik an der Regierung.

Der Protest richtete sich auch gegen die Kontrolle der Bundesregierung des Staates Washington über Ländereien. Die Ablehnung des Staates und namentlich der Bundesregierung ist in den USA vor allem aufseiten der extremen Rechten populär. In Oregon wollten sie sich nach eigenen Worten Land zurücknehmen, das dem "Volk" gehöre. "Wir sind die Speerspitze", hatte Bundy in Interviews gesagt.  

Der Vater von Ammon Bundy, Clive Bundy, ist ein rechtsextremer Cowboy, der über Nevada hinaus bekannt wurde, weil er jahrelang keine Gebühren für das Beweiden von Ländereien der Bundesregierung bezahlte. Er sollte eine Summe in Höhe von einer Million Dollar zahlen oder sein Vieh von den Weiden abziehen. Clive Bundy muss sich deshalb nun vor Gericht verantworten. Dies war eines der Motive der von seinen Söhnen vorangetriebenen Bewegung.