Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft (Archivbild) © Stefan Puchner/dpa

Die Sudetendeutsche Landsmannschaft verfolgt nicht länger die "Wiedergewinnung der Heimat" als Ziel. 72 Prozent der Delegierten einer Bundesversammlung der Landsmannschaft stimmten für eine entsprechende Satzungsänderung.

Eigentlich war die Änderung bereits vor einem Jahr beschlossen worden. Kritiker hielten sie allerdings für rechtsunwirksam und hatten mit einer Klage teilweise Erfolg. Nach Angaben der Landsmannschaft hat das Landgericht München I den damaligen Beschluss zur Satzungsänderung jedoch nur aus formellen Gründen gerügt, es sei um kurzfristig eingefügte Änderungen am Text gegangen. Inhaltlich sei die neue Satzung hingegen bestätigt worden. Der Bundesvorstand der Landsmannschaft hatte daher den alten Antrag bei der Versammlung an diesem Wochenende noch einmal fristgerecht zur Abstimmung gestellt.

Aus der Satzung gestrichen wurde als Zweck der Sudetendeutschen Landsmannschaft, "den Rechtsanspruch auf die Heimat, deren Wiedergewinnung und das damit verbundene Selbstbestimmungsrecht der Volksgruppe durchzusetzen".

Die Sudetendeutschen haben ihre Wurzeln im heutigen Tschechien. Der wiedergewählte Sprecher der über die ganze Welt verstreuten Volksgruppe, der CSU-Europapolitiker Bernd Posselt, hatte die Satzungsänderung mit der seit Jahren praktizierten Annäherung an Tschechien begründet: "Selbstverständlich wollen wir unseren Kurs der Öffnung und des Brückenschlags fortsetzen." Kritiker warfen ihm vor, die Rechte der Sudetendeutschen preiszugeben.