Vor dem Osloer Landgericht hat der Prozess des verurteilten Massenmörders Anders Behring Breivik gegen den norwegischen Staat begonnen. Zum Auftakt des Verfahrens, mit dem der Rechtsextremist bessere Haftbedingungen erreichen will, provozierte er mit dem Hitlergruß: Breivik erschien mit kahl rasiertem Schädel, wandte sich den Journalisten zu und hob den rechten Arm.

In dem Verfahren, das aus Sicherheitsgründen noch bis zum kommenden Freitag im Gefängnis in Skien stattfindet, will der 37-Jährige ein Ende seiner Isolationshaft erstreiten. Breivik hat keinen Kontakt zu Mitgefangenen und so gut wie keine privaten Besucher. Auch seine postalischen Kontakte sind arg eingeschränkt – eine Maßnahme, die von den Behörden als nötig erachtet wird, um die Bildung eines extremistischen Netzwerks zu verhindern.

Sein Rechtsbeistand argumentiert, diese Haftbedingungen wirkten sich verheerend auf die "psychische Gesundheit" seines Mandanten aus. Konkret klagt Breivik wegen "unmenschlicher und entwürdigender" Behandlung. Zudem verstoße die norwegische Regierung damit gegen Europäische Menschenrechtskonventionen.

Die behandelnden Gefängnisärzte sehen laut norwegischen Medien jedoch keine Gefahr dauerhafter Schäden durch die Isolationshaft. Demnach zeigte Breivik zwischenzeitlich zwar "Zeichen der Instabilität" und auch "anormales Verhalten". Es sei aber "keine fundamentale Änderung seiner psychischen Gesundheit" erkennbar. Die Einschätzung des Gefängnispersonals dürfte im Prozess eine entscheidende Rolle spielen.

Im Juli 2011 hatte Breivik zunächst acht Menschen bei einem Bombenanschlag in Oslo getötet und anschließend auf der Insel Utøya 69 Teilnehmer eines Sommerlagers einer sozialdemokratischen Jugendorganisation erschossen.

Breivik verbüßt die in Norwegen geltende Höchststrafe von 21 Haftjahren, die verlängert werden kann. Bereits mehrfach drohte er wegen der Haftbedingungen mit Hungerstreik. Notfalls will er mit seiner Klage bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen.

Nach dem Massaker - Junge Sozialdemokraten zurück auf Utøya Vier Jahre nach den Attentaten des norwegischen Rechtsextremisten Anders Behring Breivik findet auf Utøya wieder ein Sommerlager der Arbeiterpartei-Jugend mit tausend Teilnehmern statt. Auf der Insel hatte Breivik 2011 69 Menschen erschossen.