In Deutschland sind immer mehr Flüchtlinge arbeitslos gemeldet. © Bernd Wüstneck/dpa

Der starke Flüchtlingszuzug nach Deutschland macht sich in der Arbeitslosenstatistik bemerkbar. Die Zahl der Arbeitslosen aus den Herkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien lag im Februar bei 110.228. Ein Jahr zuvor waren es 65.213. Das geht aus einem Bericht der Passauer Neuen Presse hervor. Das Blatt beruft sich dabei auf eine Übersicht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit.

"Flüchtlinge werden sich nur langsam in den Arbeitsmarkt integrieren", zitiert die Zeitung die IAB-Experten. Als Gründe werden rechtliche und institutionelle Hürden, fehlende Sprachkenntnisse und das Fehlen abgeschlossener Berufsausbildungen genannt.

Auch die Zahl der Flüchtlinge und Geduldeten, die von der Bundesagentur für Arbeit eine Beschäftigungserlaubnis erhalten, stieg dem Bericht zufolge. Im vergangenen Jahr bekamen 21.619 Menschen aus Afghanistan, Eritrea, dem Irak, dem Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien Zugang zum Arbeitsmarkt. 2014 waren 8.263 entsprechende Arbeitsgenehmigungen erteilt worden. Die Bundesagentur muss im Rahmen einer sogenannten Vorrangprüfung klären, ob für eine offene Stelle kein passender Bewerber aus Deutschland oder anderen EU-Staaten zur Verfügung steht.

Flüchtlinge - "In Syrien war ich Lehrer, hier möchte ich den Beruf wechseln" Auf Berlins bislang größter Jobmesse für Flüchtlinge haben sich Asylbewerber und Arbeitgeber kennengelernt. Für beide Seiten ist das eine neue und bisweilen auch ernüchternde Erfahrung.

Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) forderte Neuregelungen am Arbeitsmarkt, um Flüchtlinge und Geringqualifizierte leichter in Jobs bringen zu können. "Wir sollten den Arbeitsmarkt für Geringqualifizierte öffnen", sagte Spahn dem Handelsblatt. Hilfreich sein könnten Praktika ohne Mindestlohn, die Förderung von Zeitarbeit und der Wegfall der Vorrangprüfung.

"Wir werden Hunderttausende neue Menschen im Land nur gut versorgen und integrieren können, wenn die Wirtschaft weiter gut läuft", begründete Spahn seinen Vorstoß.

In der offiziellen Arbeitslosenstatistik erscheinen Flüchtlinge erst nach abgeschlossenem Asylverfahren. Die Bundesagentur für Arbeit geht infolge des Zuzugs von 130.000 mehr Arbeitslosen im Jahresschnitt 2016 aus. Nach früheren Angaben des Bundesinnenministeriums ist in diesem Jahr durch den Flüchtlingszuzug mit 245.000 bis 465.000 zusätzlichen Hartz-IV-Berechtigten zu rechnen.