Diese Mädchen wurden im vergangenen Jahr aus den Händen der Boko Haram gerettet und leben seither in einem Flüchtlingslager. © Emmanuel Arewa/AFP/Getty Images

Bei der Befreiungsaktion in der Region Kala Balge im Nordosten Nigerias hätten Soldaten "22 Terroristen" getötet und 309 von ihnen festgehaltene Geiseln befreit, teilte ein Armeesprecher am Donnerstag mit. An einem anderen Ort seien 520 Geiseln befreit worden, nachdem sich Soldaten ein Feuergefecht mit den Entführern geliefert hätten. Dabei seien drei Boko-Haram-Mitglieder getötet und ein weiteres festgenommen worden, teilte der Armeesprecher weiter mit. Die Islamisten entführen regelmäßig Frauen und Kinder, um sie als Kämpfer, Diener oder Sexsklavinnen zu benutzen.

Boko Haram kämpft seit sechs Jahren für die Errichtung eines islamischen Staats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 17.000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet, mehr als 2,5 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben. Laut nigerianischen Gesundheitsbehörden sind fast 6.500 Kinder, die vor der Terrororganisation in Flüchtlingscamps im Nordosten Nigerias geflüchtet sind, stark unterernährt.

Vermisste Mädchen aus Chibok nicht unter den Befreiten

Nigeria hat zusammen mit den Nachbarstaaten Kamerun, Tschad und Niger eine Eingreiftruppe aufgebaut, um die Miliz zu bekämpfen. Der Konflikt weitete sich mittlerweile auch auf diese Länder aus.

Noch immer in Gefangenschaft von Boko Haram befinden sich die 219 Mädchen von Chibok, die im April 2014 entführt worden waren. Die Twitter-Kampagne Bring Back Our Girls hatte ihr Schicksal bekannt gemacht. Vor einem Monat hatte es erneut Gerüchte gegeben, dass sie noch am Leben seien und bald befreit werden könnten.