Im Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Brüssel hat die Polizei zwei Verdächtige in Gießen und im Raum Düsseldorf festgenommen. Entsprechende Berichte des Magazins Der Spiegel und der ARD wurden der Deutschen Presse-Agentur in Berlin aus Sicherheitskreisen bestätigt. Demnach griff die Polizei je einen Mann im Großraum Gießen und im Raum Düsseldorf auf, bei denen es Verbindungen zu einem der Brüsseler Attentäter geben soll. Art und Ausmaß dieser Verbindungen würden demnach noch untersucht. Ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat inzwischen bestätigt, dass in der Stadt ein Mann aus der Salafistenszene verhaftet wurde. Der Haftbefehl laute auf Bandendiebstahl.

Offiziell bestätigten die Behörden am Freitag lediglich zwei Festnahmen, sie wollten sich aber nicht zu Details äußern.

Laut Spiegel soll es sich bei dem im Raum Düsseldorf Festgenommenen um Samir E. handeln, der Behördenangaben zufolge als der salafistischen Szene in Nordrhein-Westfalen zugehörig gilt. Er soll ebenso wie der mutmaßliche Brüsseler Metro-Attentäter Khalid El Bakraoui im Sommer 2015 von den türkischen Behörden im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien aufgegriffen worden sein. Die türkischen Behörden verdächtigen beide außerdem, sich aufseiten der Islamisten am syrischen Bürgerkrieg beteiligen zu wollen oder beteiligt zu haben. Beide wurden demnach in selben Flugzeug nach Amsterdam abgeschoben, wo sie ihre Reise in die Türkei begonnen hatten.

Die einzige mutmaßliche Verbindung zu den Anschlägen in Brüssel sei laut des Sprechers der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, dass der Mann ebenso wie einer der mutmaßlichen Attentäter einst von der Türkei an der Weiterreise gehindert und nach Amsterdam abgeschoben worden sei. "Wir haben keine belastbaren Anhaltspunkte zum gegenwärtigen Zeitpunkt, dass hier konkret irgendeine Tat beabsichtigt wurde."

Die Behörden gehen nun der Frage nach, ob die beiden Männer sich näher kannten oder gar gemeinsam unterwegs waren. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei nahm Samir E. am Donnerstagnachmittag fest.

Ein weiterer Vorfall ereignete sich laut ARD und Spiegel im Großraum Gießen. Dort griff die Bundespolizei einen Mann auf, der zwei verdächtige SMS vom Tag der Brüsseler Anschläge auf seinem Telefon hatte. Eine beinhaltete den Namen des U-Bahn-Attentäters, Khalid El Bakraoui. Eine weitere Nachricht enthielt nur das Wort "fin" – französisch für "Ende". Gesendet wurde diese Nachricht offenbar um 9.08 Uhr. Nach bisherigen Erkenntnissen sprengte sich Bakraoui um 9.11 Uhr in die Luft. Die Ermittler versuchen nun zu klären, inwieweit der Mann zum Umfeld der Attentäter gehört haben könnte.

Nach Recherchen von SWR und rbb fiel der 28-jährige Marokkaner bei einer Routinekontrolle auf dem Bahnhof in Gießen einer Streife der Bundespolizei auf. Eine Ausweiskontrolle hatte ergeben, dass für den Mann eine Einreisesperre in den Schengenraum gilt. In Italien und Deutschland war er bereits straffällig geworden.

Bei den Anschlägen auf den Flughafen und die Metro in Brüssel waren am Dienstagmorgen 31 Menschen getötet und etwa 300 verletzt worden. Auch in Brüssel und Paris hatte es am Donnerstagabend in Verbindung damit weitere Festnahmen gegeben.