In Belgien sind Polizisten bei Ermittlungen zu den Anschlägen von Paris in Brüssel von Unbekannten beschossen worden. Bei einer Durchsuchung im Vorort Forest seien Schüsse auf die Beamten abgefeuert worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Eric van der Sypt. Ein Verdächtiger wurde getötet. Insgesamt vier Polizisten wurden verletzt, einer davon schwer. Zunächst war von einem verletzten Beamten die Rede gewesen. Wie die Staatsanwaltschaft später mitteilte, soll der Tote Beziehungen zur dschihadistischen Bewegung gehabt haben.

Nach dem Schusswechsel gelang nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwei Verdächtigen die Flucht über die Dächer. Später sollen sie sich in einer Wohnung verschanzt gehalten haben. Die Polizei hatte das Viertel abgesperrt und eine Fahndung eingeleitet. Über dem Gebiet kreisten Hubschrauber, Anwohner wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Zwei Schulen und zwei Kitas wurden evakuiert.

In welchem Zusammenhang die Polizeiaktion genau mit den Paris-Attentaten steht, blieb zunächst offen. Aus französischen Polizeikreisen verlautete, das Vorgehen habe nicht dem flüchtigen Islamisten Salah Abdeslam gegolten. Der Bruder eines der Selbstmordattentäter wird seit den Anschlägen von Paris gesucht. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve bestätigte zunächst nur Medienberichte, wonach französische Ermittler an der Aktion beteiligt waren. Die Einsatzkräfte seien mit "schweren Waffen" beschossen worden. Die Verletzten sind allerdings alle Belgier.

Radikale Islamisten hatten bei einer Reihe koordinierter Attacken am 13. November 2015 in und bei Paris insgesamt 130 Menschen ermordet. Zu der schwersten Anschlagsserie in der Geschichte Frankreichs bekannte sich der "Islamische Staat" (IS). Einige der Attentäter lebten vor den Anschlägen im Brüsseler Brennpunktviertel Molenbeek und waren den Sicherheitsbehörden bekannt. Nach den Attentaten wurde Kritik an der Arbeit der belgischen Ermittler laut.

Seit Mitte November wurden in Belgien im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris elf Personen festgenommen, acht von ihnen sitzen derzeit noch in Untersuchungshaft. Nach dem mutmaßlichen Attentäter Salah Abdeslam, der in Molenbeek aufwuchs, wird weiterhin gefahndet.