Belgische Polizisten sichern bei einem Antiterroreinsatz eine Straße in Forest, einem Vorort von Brüssel. © John Thys/AFP/Getty Images

Die belgische Polizei hat bei ihrem Antiterroreinsatz in Brüssel die Spuren des gesuchten Paris-Attentäters Salah Abdeslam gefunden. In einer Wohnung im Vorort Forest seien seine Fingerabdrücke entdeckt worden, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Abdeslam ist einer der Hauptverdächtigen der Anschläge in Paris.

Belgische und französische Polizisten hatten wegen den Pariser Anschlägen eine Wohnung in Forest durchsucht. Dabei kam es zu einem Schusswechsel zwischen verdächtigen Personen und den Polizisten. Vier Polizisten wurden verletzt, einer schwer. Ein Verdächtiger wurde bei dem Schusswechsel getötet, zwei Verdächtige konnten fliehen.

Der belgische Fernsehsender RTBFberichtete, Abdeslam sei einer der beiden Entkommenen. Die belgische Staatsanwaltschaft bestätigte nur den Fund der Fingerabdrücke. Neben der Leiche fand die Polizei eine Fahne der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).   

Am 13. November 2015 waren bei einer Reihe koordinierter Attacken in Paris 130 Menschen getötet worden. Der IS bekannte sich zu dem Anschlägen in der französischen Hauptstadt. Mehrere der Attentäter von Paris stammten aus dem Brüsseler Stadtviertel Molenbeek und waren den Sicherheitsbehörden bekannt. Seit Mitte November wurden in Belgien im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris elf Personen festgenommen, acht von ihnen sitzen derzeit in Untersuchungshaft.

Salah Abdeslam soll die Attentäter, die sich vor dem Stade de France in die Luft sprengten, mit einem Auto zu dem Stadion gefahren haben. Im Pariser Vorort Montrouge wurde ein Sprengstoffgürtel gefunden, der ihm zugeordnet wurde. Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass Abdeslam ebenfalls ein Selbstmordattentat begehen wollte. Nach den  Attentaten in Paris floh Abdeslam offenbar mit Komplizen nach Belgien.