Polizisten an einem Checkpoint während einer Razzia am Donnerstagabend in Brüssel-Schaerbeek © Alastair Grant/AP Photo

Zwei Tage nach den Attentaten in Brüssel hat die Polizei sechs Verdächtige festgenommen. Das berichtete die Staatsanwaltschaft am späten Donnerstagsabend. Im Laufe des heutigen Freitags solle entschieden werden, ob gegen die Verdächtigen Haftbefehl erlassen werde. Ob unter den Festgenommenen zwei von Überwachungskameras aufgenommene Komplizen der Attentäter waren, ist noch unklar.

Wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete, waren Spezialkräfte und ein Hubschrauber der Polizei im Einsatz. Einwohner von Schaerbeek berichteten, sie hätten während der Polizeirazzien Explosionen gehört. Es war unklar, ob es sich um kontrollierte Detonationen handelte.

Belgien - Festnahmen nach Anschlägen in Brüssel und Paris Die sechs Verdächtigen in Brüssel seien in den Vierteln Schaerbeek, Jette sowie im Stadtzentrum gestellt worden. Ein weiterer Verdächtigerwurde im Pariser Vorort Argenteuil festgenommen.

Die Polizei nahm die Verdächtigen laut der Staatsanwaltschaft im Zentrum von Brüssel sowie in den Bezirken Jette und Schaerbeek fest. Dort hatte sie nach den Anschlägen in Brüssel in einer Wohnung ein großes Sprengstoffversteck gefunden. Drei der Verdächtigen wurden festgenommen, als sie in einem Auto in der Nähe des Gebäudes der Staatsanwaltschaft im Stadtzentrum vorbeifuhren.

Bei den Anschlägen waren am Dienstag mehr als 30 Menschen getötet und 300 weitere verletzt worden. Nach mindestens zwei weiteren Tätern, die auf Überwachungskameras mit den Attentätern zu sehen waren, wurde noch gefahndet. Laut einem Medienbericht standen die Attentäter-Brüder Ibrahim und Khalid El Bakraoui in einer US-Terrordatei. Den belgischen Ermittlern wird vorgeworfen, Warnungen ignoriert und den Paris-Attentäter zu lasch verhört zu haben. 

Die belgischen Behörden senkten die Terrorwarnstufe wieder. Statt der seit Dienstag geltenden Stufe 4 werde vorerst die zweithöchste Warnstufe drei gelten, teilte der Leiter der belgischen Anti-Terror-Behörde, Paul Van Tigchelt, am Donnerstag mit. Die Lage sei aber nach wie vor ernst und ein weiterer Anschlag sei "wahrscheinlich und möglich", sagte er. Die höchste Warnstufe 4 bedeutet, dass ein unmittelbarer Terroranschlag droht.