Das Landgericht Dresden hat einen 34-jährigen Bulgaren wegen der Schleusung von Flüchtlingen zu viereinhalb Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. Der Mann hatte in dem Prozess gestanden, im August 81 Menschen nonstop in einem Kühllaster von Ungarn nach Sachsen geschmuggelt zu haben – zusammengepfercht auf engstem Raum und ohne ausreichend frische Luft. Die Flüchtlinge aus Afghanistan, dem Irak, dem Iran, Pakistan und Syrien konnten den Laster von innen nicht öffnen, durften draußen auch keine Notdurft verrichten; einige litten an Atemnot.

Der Staatsanwalt hatte von lebensbedrohlichen Umständen gesprochen und sechs Jahre und zwei Monate Haft gefordert, die Verteidigung auf zwei Jahre und neun Monate plädiert.

Die Flüchtlinge seien nur haarscharf einer Katastrophe entgangen, sagte Staatsanwalt Steffen Leitte und spielte damit auf einen ähnlichen Fall an, bei dem nur wenige Tage später in einem Kühllaster in Österreich die Leichen von 71 Flüchtlingen entdeckt wurden.

Tatsächlich gibt es zwischen beiden Fällen eine Verbindung, da hinter den Taten mutmaßlich die gleichen Hintermänner stecken. Der 34-Jährige hatte deshalb unlängst auch gegenüber ungarischen Behörden ausgesagt, die zu den qualvoll erstickten Flüchtlingen ermitteln.