Die Entführung eines ägyptischen Flugzeugs nach Zypern ist beendet. Am Mittag gab der Entführer auf und verließ mit erhobenen Händen das Flugzeug auf dem Flughafen Larnaka, berichtete das zyprische Fernsehen. Der Mann aus Ägypten wurde festgenommen, teilte der zyprische Regierungssprecher auf Twitter mit. Alle verbliebenen Geiseln konnten das Flugzeug verlassen.

Die Maschine der EgyptAir war am Morgen auf dem Weg von Alexandria nach Kairo entführt worden und in Zypern gelandet. Der Entführer hatte damit gedroht, eine Bombe zu zünden. Sein vermeintlicher Sprengstoffgürtel habe sich aber nach dem Ende der Geiselnahme als Attrappe herausgestellt, sagte Zyperns Außenminister Ioannis Kasoulidis. Der Täter habe mehrere Handyhüllen miteinander verbunden, sie mitsamt Kabeln in eine Art Gürtel gesteckt und dies als Sprengstoffgürtel ausgegeben.

Nach und nach wurden die Passagiere freigelassen. Zuletzt waren nach Angaben des ägyptischen Luftfahrtministers noch drei Passagiere und vier Crewmitglieder an Bord. Gegen 13.30 Uhr zeigte das zyprische Fernsehen dann Bilder von mindestens vier weiteren Passagieren, die aus dem Flugzeug flohen – einer davon aus einem Cockpitfenster.

Der zyprische Präsident hatte zuvor einen terroristischen Hintergrund ausgeschlossen. Über die Motive des Entführers gab es unterschiedliche Angaben. Das Fernsehen berichtete, der Mann wolle seine Ex-Frau, eine Zyprerin, sprechen und Asyl in Europa erhalten. Dies stünde in einem Brief, den er aus dem Fenster des Flugzeugs geworfen habe. Zudem soll der Mann die Freilassung von oppositionellen Frauen in Ägypten gefordert haben. Nach Angaben des zyprischen Außenministeriums sei der Entführer vermutlich "labil".

Drohung mit vermeintlichem Sprengstoffgürtel

An Bord der Maschine der Fluggesellschaft EgyptAir waren nach Angaben der Airline 56 Passagiere, sieben Crewmitglieder und ein Sicherheitsmann. Nachdem der Entführer mit dem vermeintlichen Sprengstoffgürtel gedroht hatte, nahm der Pilot des Fluges mit der Nummer MS181 Kontakt mit den Fluglotsen in der zyprischen Hafenstadt Larnaka auf und beantragte eine außerplanmäßige Landung wegen einer Entführung.

Nach Angaben des Leiters des Flughafens von Alexandria, Hossni Hassan, befanden sich ursprünglich 26 Ausländer im Flugzeug, darunter acht Amerikaner, vier Briten, vier Niederländer, zwei Belgier, zwei Griechen sowie jeweils eine Person aus Frankreich, Italien und Syrien.