Auf dem Weg von der Türkei nach Griechenland sind fünf Flüchtende ertrunken. Unter den Opfern ist auch ein drei Monate altes Baby, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu. Das Schnellboot der Flüchtlinge sei am frühen Donnerstagmorgen auf dem Weg zur griechischen Insel Lesbos vor der türkischen Westküste gesunken.

Neun Menschen seien gerettet worden. Auf dem Boot haben sich der Agentur zufolge Afghanen und Iraner befunden.

Allein im Januar und Februar dieses Jahres kamen mehr als 100.000 Menschen mit dem Boot über das Mittelmeer nach Europa. Mindestens 410 davon sind dabei ums Leben gekommen. Allein auf der Überfahrt von der Türkei zu den griechischen Inseln starben 321 Menschen. In Griechenland kommen auch mit Abstand die meisten Flüchtenden an.

Dort hält der Andrang von den Ägais-Inseln zum Festland an. Allein am Donnerstagmorgen kamen rund 800 Migranten von den Inseln Lesbos und Chios in der Hafenstadt Piräus an. Am Abend wird eine weitere Fähre mit etwa 300 Flüchtlingen erwartet. Der Bürgermeister der Insel Chios rief die Regierung in Athen dazu auf, sofort eine weitere Fähre einzusetzen, damit die Insel entlastet wird. In Chios warteten mehr als 3.000 registrierte Migranten auf ihre Weiterreise zum Festland.

Die 28 Staaten der Europäischen Union hatten bei einem Sondergipfel am Montag Grundzüge eines Abkommens mit der Türkei ausgehandelt, das den Flüchtlingsandrang nach Europa bremsen soll. Wichtigster Punkt: Die Türkei soll die Schleuser stoppen, die die Menschen über die Ägäis bringen. Erreicht doch jemand illegal Griechenland, nimmt ihn die Türkei zurück. Dafür soll sich die EU verpflichten, ebenso viele syrische Flüchtlinge legal einreisen zu lassen.