Ein Integrationskurs in Frankfurt am Main (Archivbild) © Frank Rumpenhorst/dpa

Integrationskurse für Migranten sollen nach einer Forderung des Netzwerks zur Bekämpfung und Erforschung des Antisemitismus verpflichtend auf Judenhass eingehen. Flüchtlinge und Einwanderer müssten dazu angeregt werden, sich mit den Themen Antisemitismus, Holocaust und den besonderen Beziehungen von Deutschland zu Israel auseinanderzusetzen, heißt es in einem Zehn-Punkte-Plan des Netzwerkes.

Die Initiative verwies auf aktuelle Zahlen über steigende antisemitische Gewalt in Deutschland. Dafür dürfe es keine Toleranz geben. Nötig seien ein "sofortiges Einschreiten" durch die Polizei sowie "ein konsequentes Vorgehen gegen antisemitische Organisationen wie Hamas, Hisbollah und IS".

Immer mehr Juden in Deutschland seien verunsichert und hätten Angst, sich in der Öffentlichkeit zu ihrer Identität zu bekennen, sagte Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung. Die Direktorin des Ramer Institute, Deidre Berger, sagte, diese Sorgen würden verstärkt "durch die anhaltende Einwanderung von Flüchtlingen aus Ländern, in denen Antisemitismus und Israelhass weit verbreitet sind – oder sogar zur Staatsideologie gehören".

Das Netzwerk äußerte sich anlässlich der am Sonntag begonnenen Internationalen Konferenz gegen Antisemitismus in Berlin, an der mehr als 100 Abgeordnete aus fast 40 Ländern teilnehmen. Die Konferenz, die mit Unterstützung des Deutschen Bundestages und des Auswärtiges Amtes organisiert wird, findet im Rahmen des deutschen Vorsitzes der OSZE statt. Das Netzwerk zur Bekämpfung und Erforschung des Antisemitismus wurde im Frühjahr 2015 vom American Jewish Committee, der Amadeu Antonio Stiftung und dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien gegründet.