Der iranische Multimilliardär Babak Sandschani (Mitte) am 1. November 2015 im Gerichtssaal in Teheran © Hemat Khahi/EPA

Der iranische Multimilliardär Babak Sandschani und zwei seiner Mitarbeiter sind wegen Unterschlagung zum Tode verurteilt worden. Das gab der iranische Generalstaatsanwalt Gholamhussein Mohseni Edzehi bekannt. Sandschani soll als Führer einer Korruptionsbande während der Präsidentschaft von Mahmud Ahmadinedschad (2005 bis 2013) heimlich iranisches Erdöl verkauft und die Milliardenerlöse veruntreut haben.

Nach der Übernahme des Präsidentenamtes durch Hassan Ruhani 2013 hatten intensive Ermittlungen gegen diverse Korruptionsbanden begonnen. Dabei wurde unter anderem Sandschani festgenommen. Der Geschäftsmann stand auch auf der schwarzen Liste der USA. Er hatte mit seinen Ölverkäufen auch die damaligen internationalen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran umgangen.  

Zusätzlich zu den Todesstrafen sei dem 41-jährigen Sandschani und den beiden anderen Verurteilten die Rückzahlung des entstandenen Schaden plus eines Viertels der Summe als Strafe auferlegt worden, sagte der Sprecher. In dem Prozess, der entgegen sonstiger Gepflogenheiten bei bedeutenden Verfahren öffentlich stattfand, ging es um umgerechnet mehr als 2,5 Milliarden Euro.

Sandschani soll es zur Regierungszeit von Staatschef Mahmud Ahmadinedschad trotz der damals geltenden internationalen Sanktionen geschafft haben, Öl gegen Devisen zu verkaufen. Die Einnahmen sollen aber nie beim Ölministerium angekommen sein. Sandschani bestreitet die Korruptionsvorwürfe und gibt an, die Weiterleitung des Geldes sei wegen der Sanktionen nicht möglich gewesen. Gegen das Urteil kann er noch vorgehen.

Die meisten der von den Vereinten Nationen, der Europäischen Union und den USA im Atomstreit mit Teheran verhängten Handels- und Finanzsanktionen wurden inzwischen aufgehoben. Entsprechende Schritte erfolgten Mitte Januar nach dem Inkrafttreten des im Juli vergangenen Jahres geschlossenen Atomabkommens. Dieses zielt darauf ab, dass der Iran keine Atomwaffen entwickeln kann.

Menschenrechtler beklagen immer wieder die hohe Zahl von Todesurteilen und vollstreckten Hinrichtungen im Iran. Im Jahr 2014 rangierte der Iran laut Amnesty auf der Liste der Staaten mit der höchsten Exekutionsquote hinter China auf Platz zwei. Die meisten Todesurteile werden wegen Drogenschmuggels ausgesprochen.