Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat den deutschen Konvertiten Nils D. zu vier Jahren und sechs Monaten Haft wegen Mitgliedschaft in der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) verurteilt. Der 25-Jährige aus dem nordrhein-westfälischen Dinslaken soll in Syrien einer Spezialeinheit des IS angehört haben, zu deren Aufgaben unter anderem die Festnahme von Deserteuren zählte.

Nils D. hatte in dem Prozess ausführlich zur IS-Miliz ausgesagt. Allerdings meldete die Vorsitzende Richterin Barbara Havliza während der Hauptverhandlung im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Gerichts Zweifel an, dass er sich tatsächlich vollständig vom IS gelöst hat.

Nils D. hatte sich 2013 der Dinslakener Dschihadistengruppe, die sich selbst als Lohberger Brigade bezeichnet, angeschlossen. Die Salafisten hatten sich aus Dinslaken-Lohberg nach Syrien abgesetzt. Dinslaken gilt als ein Zentrum des gewaltbereiten Salafismus in Deutschland. 

Von April bis November 2014 soll Nils D. in eine IS-Spezialeinheit eingebunden gewesen sein. Er hatte gestanden, als Mitglied des sogenannten Sturmtrupps des IS Menschen verhaftet und Foltergefängnisse bewacht zu haben. Ende 2014 kehrte er nach Deutschland zurück. Im Januar wurde er in in Dinslaken festgenommen

Auch der Cousin von Nils D. hatte sich radikalen Islamisten angeschlossen: Philip B. starb im Jahr 2014 im Irak als Selbstmordattentäter. In einer Erklärung hatte es damals gehießen, ein Kämpfer mit dem Namen Abu Usama al Almani (Philip B.s Kampfname) habe am 5. August 2014 im Irak einen feindlichen Stützpunkt mit einem mit Sprengstoff präparierten Lastwagen angegriffen und zwanzig Kurden mit in den Tod gerissen. Er soll Verbindungen zu Islamistenorganisationen gehabt haben.

Unter anderem in Frankfurt am Main und Celle gab es bereits Gerichtsurteile gegen nach Deutschland zurückgekehrte IS-Kämpfer.