Junge Syrer, die der Gruppe "Islamische Polizei" angehören, kontrollieren Autos in der syrischen Stadt Rakka. (Archivbild) © Mezar Matar/AFP/Getty Images

Bei Luftangriffen auf die nordsyrische Stadt Rakka sind nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 39 Menschen getötet worden. Zahlreiche Opfer seien Zivilisten, darunter sieben Frauen und fünf Kinder, meldete die in Großbritannien ansässige Organisation. Demnach wurden auch fünf Polizisten der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) getötet. Mindestens 40 Menschen seien verletzt worden. Die Angaben können nicht von unabhängiger Seite überprüft werden.

Rakka gilt als die inoffizielle Hauptstadt des IS. Am Freitag waren bei Luftangriffen auf Rakka bereits 16 Menschen ums Leben gekommen, darunter acht Kinder.

Der Leiter der syrischen Beobachtungsstelle ging davon aus, dass russische Jets die Angriffe flogen. Er habe sichere Kenntnisse, dass keine Flugzeuge der US-geführten Koalition für die Luftschläge verantwortlich seien. Syriens Luftwaffe sei zu solch heftigen Angriffen nicht fähig. Russische Flugzeuge hätten außerdem die vom IS gehaltene Stadt Palmyra bombardiert, hieß es von der Beobachtungsstelle. Dabei seien mindestens 18 Kämpfer getötet worden.

Das russische Verteidigungsministerium hatte am Freitag behauptet, Russland fliege im Kampf gegen die IS-Miliz um Palmyra täglich bis zu 25 Luftangriffe zur Unterstützung der syrischen Armee. Gemeinsam führten die russischen und die syrischen Streitkräfte eine "großangelegte Offensive zur Befreiung Palmyras". Die USA weisen diese Darstellung allerdings zurück. Im Laufe der Woche habe es in Syrien keinerlei russische Lufteinsätze gegeben, sagte der Sprecher des zentralen US-Militärkommandos (Centcom), Patrick Ryder.

Russland hatte zwar in dieser Woche den Großteil seiner Truppen aus Syrien abgezogen, fliegt aber angeblich zur Unterstützung des Regimes weiter Luftangriffe in dem Bürgerkriegsland. Die vor drei Wochen begonnene Waffenruhe gilt nicht für den IS und die Al-Nusra-Front, den syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.