Männliche Küken im Stall eines Bio-Bauernhofs in Mecklenburg-Vorpommern © Bernd Wüstneck/dpa

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland mehr männliche Küken geschreddert worden als je zuvor. Dies geht aus einer Antwort des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor.

Im Gegensatz zu weiblichen Küken haben männliche Küken keinen Nutzen für die Agrarindustrie: Sie legen keine Eier und setzen auch nicht genug Fleisch an. Deshalb werden sie in Brütereien direkt nach der Geburt getötet. Tierschützer fordern seit Langem, diese Methode abzuschaffen.

Das Ministerium von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte im vergangenen Jahr angekündigt, das Küken-Schreddern "so schnell wie möglich" beenden zu wollen. Das sollte unter anderem mit der Entwicklung finanzierbarer und praxistauglicher Alternativen zur Kükentötung geschehen. Ende 2016 könnten den Angaben zufolge die ersten "tötungsfreien Bruteier" auf den Markt kommen. 

Ein Verbot der Tötung lehnt der Minister ab. "Ein Verbot ohne Alternative würde die Geflügelhaltung lediglich ins Ausland verlagern", hieß es seitens des Ministeriums mit Blick auf andere EU-Staaten, wo die massenweise Tötung von männlichen Küken ebenfalls üblich ist. Schmidt zufolge soll das Geschlecht des Kükens künftig bereits nach drei Tagen im bebrüteten Ei bestimmt werden. Die Eier könnten dann aussortiert werden.