"Der Beginn einer neuen Reise": Der Papst hat von nun an einen Instagram-Account. © Arno Burgi/dpa

Dass Papst Franziskus ein wenig mehr mit der Zeit geht als seine Vorgänger, ist bekannt. Wie weit er sich pünktlich zu seinem dreijährigen Amtsjubiläum in diese moderne Welt vorwagt, überrascht dann aber doch ein wenig: Der Papst hat von nun an einen eigenen Instagram-Account. Er wagt sich mit seinen 79 Jahren auf eine Plattform, die bislang vor allem von Jugendlichen genutzt wird, die hier ihr Leben in Bildern kuratieren. Auch Unternehmen, die diesen Jugendlichen gefallen wollen, sind dort präsent. Betreut wird der heilige Instagram-Auftritt natürlich nicht vom Papst selbst, sondern von Mitarbeitern des Kommunikationssekretariates.

"Ich beginne einen neuen Weg auf Instagram, um mit euch den Weg der Barmherzigkeit und der Zärtlichkeit Gottes zu gehen": Mit diesen Worten kündigte Franziskus die neue Präsenz im Internet an. Wo? Natürlich über den Twitter-Account @pontifex, den er von seinem Vorgänger Benedikt übernommen hat.

Am Samstag ging dann das erste Foto an die Öffentlichkeit. Es zeigt das Oberhaupt der katholischen Kirche versunken im Gebet. Versehen ist es mit dem Kommentar "Betet für mich" – in neun Sprachen, von Arabisch bis Polnisch. Der Papst wird künftig unter Franciscus, der lateinischen Form seines Namens, Fotos und kurze Videos auf der zu Facebook gehörenden Plattform teilen.

Es gehe darum, das Pontifikat von Franziskus "gerade auch unter einem emotionalen Aspekt mit allen zu teilen", erklärt der Chef des vatikanischen Mediensekretariates, Dario Edoardo Vigano, wenig jugendlich. In ein Soziales Netzwerk wie Instagram einzutreten bedeute auch, "dass wir den Petersplatz und die Begegnungen des Papstes ausweiten, sodass jeder Ort auf der Welt ein Ort der tatsächlichen Begegnung mit dem Heiligen Vater werden kann".

Wie aufgeschlossen der Papst allgemein neuen Kommunikationswegen ist, deutete das Mediensekretariat erst kürzlich an: "Auch E-Mail, SMS, Soziale Netze und Chats können Formen ganz und gar menschlicher Kommunikation sein", so lautete Franziskus' Botschaft zum katholischen Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel vom Januar. Den entscheidenden Anstoß, sich auf Instagram zu versuchen, könnte Kevin Systrom dem Papst gegeben haben. Der Instagram-Chef besuchte den obersten Katholiken Ende Februar im Vatikan.

Auf Twitter ist Papst Franziskus übrigens bereits ausgesprochen erfolgreich: Mittlerweile erreicht er in neun Sprachen mehr als 25 Millionen Follower. Allein der deutschsprachige Account hat mehr als 300.000 Follower. Der Instagram-Account mit dem ersten Beitrag hatte bereits eine Stunde nach dem Start mehr als 50.000 Abonnenten. Das Foto vom betenden Papst wurde etwa 12.000 Mal mit "Gefällt" markiert.

Nur "befreunden" kann man sich mit Franziskus im Internet noch nicht. Der 79-Jährige hat bislang keine offizielle Facebook-Seite. Das wäre ja aber auch fast schon oldschool.