Papst Franziskus hat ein symbolträchtiges Ritual der katholischen Kirche in diesem Jahr erstmals für Frauen geöffnet. Sie sind nun offiziell zur Fußwaschung in der Abendmahlsmesse am Gründonnerstag zugelassen. Auf Wunsch des Papstes veröffentlichte die vatikanische Gottesdienstkongregation einen Erlass, nach dem Priester nicht mehr nur Männern und Jungen die Füße waschen dürfen.

In Deutschland und anderen Ländern war es aber bereits in vielen Kirchen üblich, an dem Ritual auch Frauen zu beteiligen. Die Bischöfe Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Friedhelm Hofmann (Würzburg) und Stefan Oster (Passau) haben inzwischen angekündigt, die päpstliche Erlaubnis am Gründonnerstag erstmals auch in die Tat umzusetzen.

Mit der jetzt offiziell zugelassenen Änderung solle "die volle Bedeutung" der Geste zum Ausdruck kommen, die Jesus beim Abendmahl an seinen Jüngern vollzogen habe, schrieb Franziskus. Priester könnten fortan die Teilnehmer an diesem Ritual "unter allen Mitgliedern des Gottesvolkes" auswählen, heißt es in einem Brief des Papstes an den Präfekten der Gottesdienstkongregation, Kardinal Robert Sarah.

Im Zeichen der Demut

Franziskus hatte die Fußwaschung während der Abendmahlsmesse bereits in den vergangenen Jahren bei Männern und Frauen vollzogen und damit in konservativen katholischen Kreisen Unmut ausgelöst. Der Vatikan hatte jedoch betont, es handele sich dabei um eine Ausnahme. Franziskus wolle nicht das Kirchenrecht brechen.

Papst Pius XII. hatte 1955 das jahrhundertealte, ursprünglich am Gründonnerstagmorgen vollzogene Ritual als möglichen Bestandteil der Abendmahlsmesse festgeschrieben. Im Römischen Messbuch von 1970 war ausdrücklich nur von männlichen Teilnehmern die Rede. Das bestätigte 1988 ein Rundschreiben der Gottesdienstkongregation mit dem Titel Über die Feier von Ostern und ihre Vorbereitung.

Die Geste erinnert an die Fußwaschung Jesu an seinen Jüngern am Abend vor seiner Kreuzigung. Die symbolische Handlung ist ein Zeichen der Demut und des gegenseitigen Dienens.