Brüssel - Mutmaßlicher Attentäter von Paris will Auslieferung nach Frankreich Nach monatelanger Fahndung hat die belgische Polizei einen der Attentäter von Paris, Salah Abdeslam, festgenommen. Der 26-Jährige will sich nun in Frankreich erklären und sperrt sich nicht gegen die Auslieferung, sagte sein Anwalt Sven Mary in Brüssel.

Der vergangene Woche in Brüssel festgenommene Verdächtige der Pariser Anschläge, Salah Abdeslam, stemmt sich nicht mehr gegen eine Auslieferung nach Frankreich. Sein Mandant wolle "so schnell wie möglich" an die französischen Behörden überstellt werden, sagte sein Anwalt Sven Mary nach einer gerichtlichen Anhörung in Brüssel und bestätigte seine Aussagen in einem Interview, wonach Abdeslam nun doch nicht mehr mit den Ermittlungsbehörden kollaborieren will.

Ursprünglich war für diesen Donnerstag eine Haftprüfung angesetzt. Dabei sollten auch zwei weitere Verdächtige gehört werden. Abdeslams Anwalt verlangte nun jedoch mehr Zeit, um den Fall zu prüfen. Ein neuer Termin wurde demnach für 7. April festgesetzt.

Abdeslam wurde seit den Pariser Anschlägen vom November mit 130 Toten als einer der Mittäter gesucht. Er ist der Bruder eines der Selbstmordattentäter und soll drei der Attentäter zum Pariser Fußballstadion Stade de France gefahren haben. Nach Angaben der französischen Ermittler wollte er sich dort ursprünglich auch selbst in die Luft sprengen.

Verbindungen zwischen Paris und Brüssel

Am Freitag wurde der 26-Jährige dann bei einer Polizeiaktion im Brüsseler Stadtteil Molenbeek gefasst. Vor den Pariser Anschlägen soll er unter anderem in Ulm gewesen sein, um dort mögliche Komplizen abzuholen. Laut Belgiens Außenminister Didier Reynders war der 26-Jährige nach den Angriffen von Paris zu weiteren Anschlägen in Brüssel bereit.


Abdeslam soll auch Verbindungen zu den Attentätern der Brüsseler Anschläge gehabt haben. So soll einer von ihnen unter falschem Namen Verstecke für die Paris-Attentäter in der belgischen Hauptstadt gemietet haben.

Brüssel - Tausende gedenken Opfer der Anschläge Auf dem zentralen Place de la Bourse in Brüssel haben sich Tausende Menschen versammelt, um der Anschlagsopfer zu gedenken. Mindestens 31 Menschen sind bei den Terrorattacken in der belgischen Hauptstadt getötet worden.