Ex-Torhüter Oliver Kahn. Seine beiden Kinder haben den Rechtsstreit um von ihnen veröffentlichte Fotos verloren. © John thys/AFP/Getty Images

In einem jahrelangen Rechtsstreit um die Veröffentlichung von Fotos sind die Kinder des früheren Weltklasse-Torhüters Oliver Kahn vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) erfolglos geblieben. Das Gericht in Straßburg wies eine Beschwerde von Katharina-Maria und David Kahn gegen Deutschland zurück.

Die Kinder seien auf den fraglichen Fotos, die sie mit ihrem Vater oder beiden Eltern zeigten, nicht zu erkennen gewesen, stellten die Straßburger Richter fest. Der Gerichtshof für Menschenrechte schloss sich damit den Argumenten des Bundesgerichtshofs an.

Die 1998 und 2003 geborenen Kinder des Ex-Fußballstars sehen durch die Veröffentlichung der Fotos in den zum Burda-Verlag gehörenden Magazinen Neue Woche und Viel Spaß ihr Recht auf Schutz des Privatlebens verletzt. Sie machen einen Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention geltend.

Die beiden Magazine hatten von Mitte 2004 bis Mitte 2009 ausführlich über eine Ehekrise und die Scheidung des Paares berichtet. Die insgesamt neun Artikel waren mit Fotos illustriert, auf denen die Kinder mit ihrem Vater oder mit beiden Eltern zu sehen waren. Wegen der unerlaubten Veröffentlichung wurde der Burda-Verlag zu Geldbußen von insgesamt 55.000 Euro verurteilt.

Katharina-Maria und David Kahn forderten dennoch eine Entschädigung in Höhe von jeweils 40.000 Euro und zogen bis vor den Bundesgerichtshof (BGH). Dieser wies die Beschwerde im Juni 2009 mit dem Argument zurück, die Gesichter der Kinder seien auf den Fotos unkenntlich gemacht worden. Eine Identifizierung sei nur aufgrund der Präsenz der Eltern auf den Fotos und der Texte möglich gewesen. Insofern gebe es keinen Grund, zusätzlich zu den Geldstrafen eine Entschädigung zu gewähren.

Ähnlich sieht das nun das Straßburger Gericht. Das Urteil wurde von den sieben Richtern einer kleinen Kammer einstimmig gefällt. Dagegen können die Kläger binnen drei Monaten Rechtsmittel einlegen. Der EGMR kann den Fall dann an die 17 Richter der Großen Kammer verweisen, er muss dies aber nicht tun.