Fly Dubai - 62 Tote bei Flugzeugabsturz in Südrussland Bei einem Flugzeugunglück im Süden Russlands sind 62 Menschen ums Leben gekommen. Schlechte Wetterbedingungen sollen zu dem Absturz geführt haben.

Beim Absturz eines Passagierflugzeugs aus Dubai in Südrussland sind nach Behördenangaben alle 62 Menschen an Bord getötet worden. Die Maschine der Gesellschaft Flydubai stürzte gegen 3.40 Uhr Ortszeit beim zweiten Landeanflug auf den Flughafen der Stadt Rostow am Don kurz vor der Landebahn ab.

In der Region etwa 1.000 Kilometer südlich von Moskau herrschte zu der Zeit stürmisches Wetter mit Regen und schlechter Sicht. An Bord der Boeing 737-800 waren den Angaben nach 55 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder.

Warum es zu dem Unglück kam, steht noch nicht fest. "Es kommen mehrere Möglichkeiten in Betracht. Das sind die schlechten Wetterbedingungen, aber auch ein Fehler der Piloten", sagte eine Vertreterin des russischen Verkehrsministeriums, Schanna Terechowa, im Fernsehen zur Ursache. Bekannt ist, dass andere Flugzeuge, die nachts auf dem Airport etwa 1.000 Kilometer südlich von Moskau landen sollten, wegen des Sturms umgeleitet wurden.

"Wir müssen mit großer Trauer mitteilen, dass wir davon ausgehen, dass es keine Überlebenden gibt", schrieb die Fluggesellschaft in einer Stellungnahme auf Facebook. FlyDubai ist eine Billigfluglinie mit Sitz im Golfemirat Dubai, sie gehört nicht zur großen Fluggesellschaft Emirates.

"Das Flugzeug konnte unter schwierigen Bedingungen nicht sofort landen und drehte eine Schleife. Beim zweiten Anflug kam es zu dem Absturz", sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden der Agentur Tass. Gegen 3. 40 Uhr Ortszeit (1.40 Uhr MEZ) stürzte die Maschine nach Angaben des Katastrophenschutzes in steilem Winkel 250 Meter von der Landebahn entfernt ab, zerbrach und ging in Flammen auf.

Bei Tageslicht versuchten 700 Rettungskräfte, die Trümmer und die Opfer zu bergen. Der Flughafen von Rostow wurden währenddessen geschlossen, Flüge wurden nach Krasnodar umgeleitet. Am Vormittag dann wurden die beiden Flugschreiber der Unglücksmaschine gefunden.

Im Flughafengebäude kümmerten sich Notfallärzte und -Psychologen um die verzweifelten Angehörigen. Die Passagiere waren nach Angaben von FlyDubai 33 Frauen, 18 Männer und vier Kinder. Die meisten waren russische Touristen auf dem Heimflug. Außerdem saßen acht Ukrainer, zwei Inder und ein Usbeke in der Maschine. Die Besatzung von Flug FZ981 hatte unterschiedliche Staatsbürgerschaften.

Die Boeing 737-800 von FlyDubai mit dem Kennzeichen A6-FDN war erst fünf Jahre alt. Das bislang letzte schwere Unglück einer ausländischen Fluglinie in Russland war der Absturz eines Airbus A320 der armenischen Armavia im Mai 2006 bei Sotschi am Schwarzen Meer. Damals kamen 113 Menschen ums Leben.

Vor dem verhängnisvollen zweiten Anflug kreiste die Boeing aus Dubai etwa zwei Stunden über der Region. In der Zeit versuchte eine Maschine der russischen Aeroflot aus Moskau dreimal vergeblich, in Rostow zu landen. Schließlich landete dieser Airbus sicher etwa 250 Kilometer entfernt auf dem Flughafen von Krasnodar. Auch ein Flug von Czech Airlines aus Prag wurde dorthin umgeleitet. Eine Maschine von Turkish Airlines kehrte nach Istanbul zurück.

Für Russland waren es die zweiten derartigen Szenen binnen eines halben Jahres. Ende Oktober 2015 war ein russischer Touristenflieger mit 224 Menschen nicht nach St. Petersburg zurückgekehrt, sondern wegen einer Bombenexplosion über dem Sinai in Ägypten abgestürzt.