Einsatzkräfte der Feuerwehr bereiten in Bad Schmiedeberg in Sachsen-Anhalt die Bergung der Leiche von Fabian vor. © Sebastian Willnow/dpa

Der 13-jährige Fabian aus Sachsen-Anhalt ist offenbar von einem gleichaltrigen Jungen getötet worden. "Wir haben ein tatverdächtiges Kind", sagte ein Polizeisprecher in Dessau-Roßlau. Die beiden Jungen sollen sich gut gekannt haben. Der mutmaßliche Täter habe gestanden, den Spielkameraden mit einem Gegenstand geschlagen zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die Polizei wurde nach Ermittlungen im Umfeld des getöteten Jungen auf ihn aufmerksam. Zu seinem eigenen Schutz sei er in eine geschlossene Einrichtung gebracht worden. Einen Haftbefehl gibt es für Kinder in diesem Alter nicht. Erst ab dem Alter von 14 Jahren können Jugendliche bestraft werden.

Nach intensiver Suche mit Fährtenhunden und einem Hubschrauber hatte die Polizei Fabians Leiche am Montag auf einem bewachsenen Gelände am Ortsrand der Kleinstadt Bad Schmiedeberg gefunden. Rechtsmediziner stellten fest, dass er massive Gewalt am Kopf erlitten hatte. Der Junge war seit Sonntagabend vermisst worden.

Die beiden Jungen haben den Ermittlern zufolge mit Wissen ihrer Eltern den Sonntagnachmittag zusammen verbracht und miteinander gespielt. Es sei möglich, dass es dann zum Streit gekommen sei, in dem der eine Junge den anderen im Affekt erschlagen habe. Der Tatverdächtige habe gegenüber den Ermittlern Angaben zum Ablauf der Geschehnisse gemacht.

Derartige Taten unter Kindern kämen nur äußerst selten vor, sagte der Wiesbadener Kriminologe Rudolf Egg zu dem Vorfall. Bei den wenigen Fällen handele es sich meist um Streitigkeiten unter Geschwistern. 

Egg zufolge seien Kinder auch vor dem Erreichen der Strafmündigkeit mit 14 Jahren fähig, schwerwiegende Folgen ihres Handelns abzuschätzen. "Die Altersgrenze bedeutet nicht, dass sie kein Schuldbewusstsein hätten oder nicht wüssten, was sie tun." Der Gesetzgeber habe damit nur festgelegt, dass für diese Kinder nicht die Strafjustiz zuständig ist, sondern Eltern, Erziehungsberechtigte und Jugendämter.